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    „Die größte Sünde der Ökumene ist die Vergesslichkeit“

    Johann Marte, der scheidende Präsident der Stiftung „Pro Oriente“, äußert sich im Exklusiv-Interview mit der „Tagespost“ zur Bedeutung der Stiftung in der heutigen Zeit und schildert, was er mit dem Begriff Ökumene verbindet.

    Johann Marte, scheidender Präsident der Stiftung „Pro Oriente“, hat deren Bedeutung in der heutigen Zeit betont. Pro Oriente sei angesichts der Herausforderungen der Globalisierung wichtiger denn je. Nicht zuletzt aufgrund der Konfrontation mit dem Islam, von der fast alle orthodoxen Kirchen betroffen seien, werde die Stiftung gebraucht, meint Marte im exklusiven Gespräch mit der „Tagespost“. Mehr oder weniger abgehandelt seien die theologischen Fragen, aber „die größte Sünde der Ökumene ist die Vergesslichkeit“, so der 82-Jährige. Vieles, was in den letzten Jahrzehnten in offiziellen und inoffiziellen Dialogen erreicht wurde, gerate in Vergessenheit oder sei nicht rezipiert worden, beklagt Marte.

    Den Mehrwert von Pro Oriente sieht Marte darin, dass die im Jahr 1964 von Kardinal Franz König gegründete Stiftung den Dialog inoffiziell und auf wissenschaftlicher Ebene weiterführt. „Die Teilnehmenden an unseren Gesprächen sind an keine Weisungen gebunden, sie sind unabhängig.“ So habe Pro Oriente nicht nur zur Aufnahme des offiziellen theologischen Dialogs zwischen katholischer und orthodoxer Kirche beigetragen, sondern auch die wissenschaftlichen Voraussetzungen für den Dialog mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen geschaffen.

    Auf die Frage, was der langjährige Präsident mit dem Begriff Ökumene verbinde, weist Marte auf Johannes 17,21 hin, wo sich die „Magna Carta der Ökumene“ befinde: „Alle sollen eins sein. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie ins uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ Es brauche eine sichtbare Einheit, damit die Welt glaubt. „Evangelisierung braucht einen ökumenischen Notenschlüssel“, so Marte.

    Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 12. April.
    DT

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