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    China: Untergrundpriester aus dem Amt entfernt

    Zwei Untergrundpriester haben ein Sommer-Ferienlager in der Provinz Gansu veranstaltet. Dafür sind sie von den Behörden aus dem Amt entfernt worden.

    Katholische Kirche in China
    Die kommunistische Partei verfolgt einen Fünfjahresplan zur „Sinisierung“ der katholischen Kirche in China. Foto: Stephan Scheuer (dpa)

    In der chinesischen Provinz Gansu sind die Priester einer katholischen „Untergrund“-Gemeinde aus dem Amt entfernt worden. Ihnen wird vorgeworfen, in ihrer Kirche ein Sommer-Ferienlager für Jugendliche veranstaltet zu haben. Angaben des Nachrichtenportals „ucanews.com“ zufolge handelt es sich bei den beiden Priestern um Mitglieder der Maijiqu-Ganquan-Kirche im Bistum Tianshui.

    Entlassen, da nicht von chinesische Regierung anerkannt

    Das Komitee für ethnische und religiöse Angelegenheiten der Stadt Tianshui soll die lokale Zweigstelle der von der chinesischen Staatsregierung kontrollierten „Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung“ in einem Brief darum gebeten haben, Personal zu entsenden, um die beiden Priester zu ersetzen. Bei dem Ferienlager soll es sich um eine Veranstaltung für die Bosco-Jugendgruppe gehandelt haben.

    In einem Brief des Komitees für ethnische und religiöse Angelegenheiten, der auf den 21. Juli datiert ist, heißt es, dass für die Kirche, in der das Lager ausgerichtet wurde, keine Priester der Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung tätig seien. Wie „ucanews.com“ berichtet, soll es sich bei der Maijiqu-Ganquan-Kirche um eine Basis der chinesischen Untergrund-Katholiken handeln. Wörtlich forderte die Komission von der Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung, Kirchenpersonal zu ernennen, „um die Organisation von religiösen Angelegenheit gemäß dem Gesetz und der Vorschriften zu stärken“.

    Beziehungen zwischen China und Vatikan sehr belastet

    Die Maijiqu-Gaquan-Kirche ist eine von nur zwei Untergrund-Kirchen im Bistum Tianshui. Die beiden Priester sollen nach dem Vorfall kurzzeitig inhaftiert worden sein, befinden sich nun angeblichen wieder in Freiheit.

    Die Beziehungen zwischen China und dem Vatikan sind momentan äußerst angespannt. Die kommunistische Partei verfolgt einen Fünfjahresplan zur„Sinisierung“ der katholischen Kirche in China. Damit will die Regierungspartei ihren Einfluss auf die Kirche im Land immer weiter ausdehnen und eine Katholizismus nach den sozialistischen Prinzipien des Landes etablieren. Die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung wird vom Vatikan nicht anerkannt.

    DT/mlu

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