• aktualisiert:

    Mariazell

    Bischöfe zweifeln an fairem Wahlkampf

    Österreichs Bischofskonferenz verlangt transparente und zügige Aufklärung des Ibiza-Skandals. Von Stephan Baier

    Österreichs Bischofskonferenz tagt im Marienwallfahrtsort Mariazell
    Österreichs Bischofskonferenz tagt im Marienwallfahrtsort Mariazell. Foto: Kathpress/Wuthe

    Für eine „Entgiftung der Sprache und Abrüstung der Worte“ plädieren Österreichs Bischöfe angesichts der innenpolitischen Situation des Landes. Bei ihrer Sommervollversammlung im steirischen Marienwallfahrtsort Mariazell verfassten sie eine Erklärung zu den bevorstehenden Nationalratswahlen. Darin äußern sie „Zweifel an einer fairen Wahlauseinandersetzung“.

    Glaubwürdigkeit der Politik in Gefahr

    Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Wer den politischen Gegner zum Feind stilisiert, wer die Regeln des fairen Wettstreits bricht und zu verwerflichen Mitteln der Manipulation und Täuschung greift, gefährdet nicht nur die nach einer Wahl wieder nötige politische Kooperation im Dienst des Gemeinwohls. Auf dem Spiel steht letztlich die Glaubwürdigkeit von Politik insgesamt.“

    Verstörendes Bild von Politik

    Durch das sogenannte „Ibiza-Video“, aufgrund dessen Vizekanzler Heinz-Christan Strache (FPÖ) zurücktrat und die Regierungskoalition zerbrach, sei „bei vielen Menschen ein verstörendes Bild von Politik entstanden“. Nun müsse das Vertrauen in die vom Volk gewählten politischen Vertreter wieder gestärkt werden.

    Kirche will Gespräche fortsetzen

    Die katholische Kirche selbst will ihre Gespräche mit den im Parlament vertretenen Parteien fortsetzen. Zu der in Österreich viel genannten „Äquidistanz“ der Kirche zu den Parteien heißt es in der Erklärung klarstellend: „Programm, Praxis und Personen der politischen Parteien bestimmen auch deren Nähe und Distanz zur katholischen Kirche. Dieser Grundsatz hat sich in der Zweiten Republik bewährt und bleibt maßgebend.“

    DT/sb (jobo)

    Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

    Weitere Artikel