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    Antisemitismusbeauftragter Klein: Kriminalitätsstatistik prüfen

    Laut der Kriminalitätsstatistik seien 90 Prozent der antisemitischen Straftaten rechtsradikal motiviert, dies spiegele jedoch nicht die Realität wider, meint Felix Klein, der neue Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung.

    Laut Felix Klein spiegelt die Kriminalitätsstatistik nicht die Realität wider. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)

    Der neue Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein (50), will als erste Amtshandlung die Kriminalitätsstatistik überprüfen. Der „Bild“ (Freitag) sagte Klein: „Nach jetzigen Zahlen sind etwa 90 Prozent der antisemitischen Straftaten rechtsradikal motiviert, doch das spiegelt die Realität nicht wider.“ Das habe „höchste Priorität“ und er wolle dem „gemeinsam mit Experten aus dem Innenministerium auf den Grund gehen“.

    Zur Haltung von Flüchtlingen gegenüber dem Judentum sagte Klein: „Viele der Flüchtlinge wurden in Ländern sozialisiert, in denen ein Hassbild von Juden und Israel gezeichnet wird. Dieses Bild haben sie nicht an der Grenze abgelegt.“ Die jüdischen Gemeinden seien „besorgt, dass das in Aggression und Gewalt gegen sie umschlagen kann“.

    Ebenfalls sehr wichtig ist Klein die Antisemitismus-Bekämpfung an Schulen. Zusammen mit den Ländern will er „schnelle Maßnahmen auf den Weg bringen, um den Betroffenen, aber auch den Schulen, effektiv zu helfen“. Dazu gehöre auch ein „Meldesystem für antisemitische Vorfälle“. „Ein Schuldirektor darf solche Vorkommnisse nicht als Schande empfinden und versuchen, sie zu vertuschen“, sagte er.
    Das Bundeskabinett hatte Felix Klein am Mittwoch zum Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus ernannt.

    DT/KNA

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