• aktualisiert:

    Alexandra Linder: Positive Bilanz zum „Marsch für das Leben“

    „Wir sind die Zukunft“: Die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) erfreut sich vor allem über viele junge Teilnehmer am Marsch und lobt die Unterstützung der Kirchen.

    „Die jetzt schon zahlreichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so... Foto: Paul Zinken (dpa)

    Am vergangenen Wochenende fand der „Marsch für das Leben“ zum 14. Mal in Berlin statt. Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), zeigt sich zufrieden mit dem Ablauf des Marsches, sieht aber noch Verbesserungspotenzial. „Die jetzt schon zahlreichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Man könne aber immer Dinge verbessern, erklärt Linder gegenüber dieser Zeitung. So wünscht sich die Lebensrechtlerin, die den Marsch mitorganisierte, „viel mehr positive Schilder, viel mehr bunte Luftballons und natürlich auch noch viel mehr Teilnehmer“. Am Marsch für das Leben hatten den Angaben der Veranstalter zufolge 5 500 Menschen teilgenommen.

    Sorge, in einen Topf mit "Rechten" geworfen zu werden, "völlig unberechtigt"

    Die BVL-Vorsitzende räumt ein, dass einige tatsächlich Angst gehabt hätten, an der Lebensschutz-Demonstration teilzunehmen, „weil die antidemokratischen Organisatoren des Gegenprotestes explizit gewaltbereite ,Werbung' machten“. Auch die Sorge, in einen Topf mit „Rechten“ geworfen zu werden, sei ein Grund dafür, weshalb manche dem Marsch ferngeblieben waren. Diese Bedenken hält Linder jedoch für völlig unberechtigt: „Es handelt sich um unbewiesene, diffamierende Unterstellungen. Jeder, der sich die Veranstaltung ansieht und dabei ist, weiß das. Weder Bischöfe noch aufrechte Christen oder die Organisatoren stehen in Verbindung zu dieser Szene.“

    Linder hebt zudem hervor, dass der „Marsch für das Leben“ eine der größten und friedlichsten Demonstrationen in Berlin sei  - „und das werden wir auch bleiben. Und wir sind die Zukunft“. Die Zahl der jungen Marschteilnehmer steige stetig.

    Linder: Zufrieden mit Arbeit der Polizei

    Mit dem Einsatz der Polizei ist die Lebensrechtlerin zufrieden: Bis auf einige glimpflich abgelaufene Attacken sei niemandem etwas passiert. „Auf dem Weg vom Bahnhofsgebäude auf den Platz wurde ein Pfarrer tätlich angegriffen, bei einer versuchten Blockade ein älterer Herr zu Boden geworfen“, so Linder. Das Niveau der Gegenproteste habe man schon am Abend vorher sehen können: „Etwa 450 Leute (laut Polizeiangaben), also im Verhältnis zum Marsch eine verschwindend geringe Minderheit, zogen gegen das Lebensrecht aller Menschen durch Berlin, auf einem Transparent stand ,Spahn abtreiben'.“ Zudem sei ihr nicht klar, meint Linder, inwiefern Sprüche wie „Nie wieder Deutschland“ oder ein Banner der linken Terrororganisation „RAF“ mit der Lebensrechtsthematik zu tun hätten.

    Auch die Unterstützung aus den Kirchen hebt Linder lobend hervor: Diese sei sehr wichtig gewesen und man sei dankbar dafür. „Angesichts der gesellschaftlichen und politischen Lage ist es nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, dass alle seriösen gesellschaftlichen Gruppierungen und Verbände auch öffentlich an einem Strang ziehen, um die Menschen zu ermutigen - denn wir sind die Mehrheit, das sollte auch öffentlich noch klarer werden“, so die BVL-Vorsitzende gegenüber der „Tagespost“.

    Zuversicht in Debatte um Werbeverbot für Abtreibungen

    Darüber hinaus erklärt Linder, dass beim diesjährigen Marsch auch die Diskussion um das Werbeverbot für Abtreibungen, gesetzlich geregelt im §219a, eine Rolle gespielt habe. „Die Bedeutung des §219a wurde auf der Kundgebung erneut sehr deutlich. Wer behauptet, Frauen im Schwangerschaftskonflikt brauchen Werbung für Abtreibung, interessiert sich nicht für die Frauen und ihre Situation, sondern will eine Ideologie durchsetzen, zum Schaden von Müttern und Kindern“, meint Linder. Das müsse den politischen Entscheidern klar sein.

    Auch in anderen Bereichen habe Deutschland im Sinne des Lebensrechts immer noch bessere Regelungen als andere Länder, zum Beispiel bei der begleiteten Selbsttötung oder der Präimplantationsdiagnostik. Daher sei man zuversichtlich, dass die Vernunft und die Fakten in der politischen Entscheidung zum §219a die Oberhand behielten.

    DT/mlu

    Sie fanden diesen Artikel interessant? Dann sollten Sie hier weiterlesen.

    Weitere Artikel