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    1000plus stellt sich den Fragen einer Feministin

    Kristijan Aufiero, Leiter der Schwangerenberatung 1000plus, äußert sich in einem Interview mit "BuzzFeed Deutschland" zur Entwicklung der Einrichtung. Die Fragen stellt eine erklärte Feministin. Von Josef Bordat

    Kristijan Aufiero, Leiter von 1000plus. Foto: 1000plus.

    Juliane Löffler, „Reporterin für LGBT* und Feminismus von BuzzFeed Deutschland“, hat der Schwangerenberatung 1000plus per E-Mail Fragen gestellt. Da 1000plus mit jedem redet, „der sich für unsere Beratung von Schwangeren in Not interessiert – auch dann, wenn der oder die Fragestellerin eine vollkommen konträre Meinung in Sachen Abtreibung hat“, stand der Leiter von 1000plus, Kristijan Aufiero, Rede und Antwort. Die Fragen von Juliane Löffler und die Antworten von Kristijan Aufiero hat 1000plus auf die website der Einrichtung gestellt, um sie vollständig zu dokumentieren.

    Zahlen statt Frauen

    Wer nun meint, es ginge in dem Interview um schwangere Frauen und ihre Konflikte, der irrt. Juliane Löffler will von 1000plus vor allem eines wissen: Geschäftszahlen. Das Gespräch gleicht eher einer Betriebsprüfung denn einem sachorientierten Austausch, motiviert aus dem geteilten Interesse an Frauen in Not. Es geht um Mitarbeiterzahlen, Beratungsumfänge, das Spendenvolumen und die Expansionspläne. Alles hoch interessant und in einer beachtlichen Klarheit und Souveränität vorgetragen. Nur: Wo bleiben die Frauen?

    Aufiero: "Hätte Ihnen gerne von den Frauen berichtet"

    Das fragte sich Kristijan Aufiero, der als Leiter des Projekts zwar auch Managementfunktion hat, dem es aber vor allem um die zu beratenden Frauen geht. In seiner Antwortmail, die ebenfalls auf der website veröffentlicht ist, spricht er seine Enttäuschung über Juliane Löfflers einseitiges Interesse deutlich aus: „Angesichts der Tatsache, dass Sie Reporterin für Feminismus sind, war ich verwundert darüber, dass sich keine einzige Ihrer Fragen auf die Frauen bezog, die sich tagtäglich an uns wenden. Sie fragen nicht nach Konfliktursachen, nach den Lebensumständen oder den von diesen Frauen artikulierten Anliegen. Ihr Interesse ist fokussiert auf Zahlen, Daten und Fakten. Ich hätte Ihnen gerne von den Frauen berichtet, die sich jeden Tag hilfesuchend an Pro Femina wenden und davon, was diese Schwangeren sich von uns erwarten und wünschen“.

    Lesenswert: Antworten – und Gegenfragen

    So sind es nicht nur die Antworten Aufieros, die lesenswert sind, sondern vor allem auch die inhaltlichen Rückfragen an die erklärte Feministin Löffler. Aufiero will von ihr wissen, wann ihrer Ansicht nach menschliches Leben beginnt, welche „praktischen Erwartungen“ sie habe, „an ein Beratungsangebot, das auf dem Fundament des Art. 1 GG steht und im Einklang mit §219 StGB berät und hilft“ und wie eine Feministin damit umgeht, dass es oft die Männer sind, die ihre Frau oder Freundin zur Abtreibung drängen: „Wie würden Sie das Selbstbestimmungsrecht und die Entscheidungsfreiheit dieser Frauen sicherstellen beziehungsweise was erwarten Sie von einer Schwangerschaftskonfliktberatung in einer solchen Beratungssituation?“

    1000plus / DT

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