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    Was heißt denn hier "namhaft"?

    Es war die "Tagesschau", die den offenen Brief "namhaften Katholiken und Theologen" zuschrieb. Was aber macht diese Katholiken oder Theologen eigentlich "namhaft"? Von Peter Winnemöller

    Jesus trägt das Kreuz. Wer ihm nachfolgt, sollte das Kreuz auf sich nehmen. Foto: Nicolas Armer (dpa)

    Ein offener Brief machte vergangenen Sonntag von sich reden. Über den Inhalt ist genug gesagt. Es sind die uralten, ewig wiederholten Postulate, die Kirche umzubauen. Sie kommen immer wieder einmal hervorgekrochen und verfolgen immer wieder das gleiche Ziel: Anbiederung an einen angenommenen Mainstream.

    Die "Tagesschau" spricht von "namhaften Katholiken und Theologen"

    Es war die "Tagesschau", jenes einstmals strahlende Schlachtschiff der seriösen, mit ultraneutraler Stimme vorgetragenen, wertungsfreien Meldung, die den offenen Brief "namhaften Katholiken und Theologen" zuschrieb. Weder positives noch negatives Namedropping soll hier betrieben werden. Was aber macht diese Katholiken oder Theologen eigentlich "namhaft"?

    Keiner der Unterzeichner kämpft für den Lebensschutz

    Keiner von den Unterzeichnern wäre jemals damit bekannt geworden, sich als Theologe in einer Talkshow für den Schutz des menschlichen Lebens am Anfang oder am Ende verbal verprügeln zu lassen. Nirgendwo liest man von den Unterzeichnern, dass sie sich in der Öffentlichkeit oder in den Medien für katholische Glaubensinhalte stark gemacht hätten. Keiner der Unterzeichner kämpft öffentlich als bekennend gläubiger Mensch gegen Gendermainstreaming und für die natürliche Schöpfungsordnung.

    Keiner der Unterzeichner arbeitet für die Neuevangelisierung

    Es ist von keinem der Unterzeichner bekannt, einen Katechismus für junge Menschen (mit-)verantwortet zu haben und dafür rund um die Welt zu reisen. Keiner der Unterzeichner ist bekannt dafür sich als Lehrer des Glaubens im Internet und in den sozialen Medien zu bewegen und die authentische Lehre der Kirche offensiv und mit erkennbarer Freude darzustellen.

    "Eine fette Ente in den Nachrichtenteich gesetzt"

    Wer wirklich von namhaften Katholiken reden will und die oben genannten fünf Punkte liest, hat zu jedem der Punkte ad hoc mindestens einen namhaften Katholiken (m/w) vor Augen und könnte diese Namen auch nennen. Es gibt sie also. Eines wird man allerdings vergeblich suchen: Die Unterschrift von namhaften Katholiken unter dem offenen Brief an Kardinal Marx vom 3.2.2019. Da hat uns doch die immer so seriös daherkommende "Tagesschau" am Sonntagabend eine fette Ente in den Nachrichtenteich gesetzt.

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    DT (jobo)

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