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    Geseke / Colombo

    Christenverfolgung per Framing beseitigen

    Christenverfolgung ist ein Tabu-Thema. Christen als Opfer zu sehen und beim Namen zu nennen, scheint im Westen unmöglich. Von Peter Winnemöller

    Sri Lanka: Opfer der Selbstmordanschläge am Ostersonntag werden bestattet. Foto: Eranga Jayawardena (AP)

    Die Opfer des Terrors an Ostern in Sri Lanka waren für den Bundesaußenminister „Reisende und Betende“, für die Beinahe-US-Präsidentin Hillary Clinton waren es „Osteranbeter“. Ex-Präsident Obama nennt die Opfer „Osterbeter“. Es ist ein gezieltes wohldurchdachtes Wording der betreffenden Akteure.

    Weltweit sind Christen die am meisten verfolgte Religionsgruppe

    Das vorliegende Framing nüchtern zu analysieren ist unbedingt nötig. Weltweit sind Christen die am meisten verfolgte Religionsgruppe. Dazu gibt es Studien in hoher Qualität. Der Weltverfolgungsindex von Open Doors zeigt deutlich das fiese Angesicht der Christenverfolgung in vielen Ländern. Von Einschränkung der Religionsfreiheit durch Behinderungen der Bewegungsfreiheit und Überwachung bis zu offener Gewalt und Terror reicht der Kanon der Verfolgung von Christen weltweit.

    Gewaltakten gegen Christen zu Ostern und Weihnachten

    In vielen Ländern kommt es gerade zu Ostern und Weihnachten immer wieder  zu dramatischen Gewaltakten gegen Christen. In diesem Jahr waren es Terroranschläge in Sri Lanka. Doch der Christ reibt sich die Augen, es wird kaum beim Namen genannt, was hier geschehen ist: Terror gegen Christen. Es fällt auf, dass sowohl die Nachrichten als auch die Stellungnahmen offizieller Persönlichkeiten auf fantasievolle Umschreibungen zurückgreifen, um das Geschehen zu kommentieren.

    Sprachlicher Marginalisierung der Christen entgegentreten

    Man erkennt die verwendeten Frames, von denen eines klar lautet: Christen nennen wir nicht beim Namen, auch dann nicht, wenn sie Opfer von Terror oder Gewalt geworden sind. Der Grund ist nicht die Akzeptanz von Gewalt gegen Christen. Das wäre zu platt. Vor allem ist der Grund wohl darin zu suchen und finden, dass es Christen sind, die sich International für den Lebensschutz, für die klassische Familie, für verantwortete Elternschaft, für biopolare Geschlechterzuordnung und anderes einsetzen, was dem linken internationalen Mainstream arg missfällt.

    Eine sprachliche Marginalisierung der Christen findet sich nicht erst da, wo Christen Opfer werden, sondern schon dort, wo sie (politische) Gegner sind. Man würde nie offen mit Terroristen sympathisieren. Die sprachliche Marginalisierung wird für Christen, wenn sie Opfer werden, einfach beibehalten.

    Die Antwort kann nur sein, in eigenen Medien und auf eigenen Plattformen eine deutliche und unmissverständliche Sprache zu sprechen. Ferner sollte man unbedingt darauf dringen, dass dies auch kirchenoffizielle Stellen tun und diese sich nicht vom Framing des Mainstreams einfangen lassen.

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    DT (jobo)

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