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    Staufer und Autos locken

    Naturerlebnisland Baden-Württemberg, Stauferjahr 2010, Automobilsommer 2011 – das sind die Projekte und Themen, die in diesem Jahr eine maßgebliche Rolle im baden-württembergischen Tourismus spielen sollen. Dies kündigte Landes-Wirtschaftsminister Ernst Pfister auf der Delegiertenversammlung des Tourismus-Verbandes Baden-Württemberg in Schwäbisch Hall an.

    Naturerlebnisland Baden-Württemberg, Stauferjahr 2010, Automobilsommer 2011 – das sind die Projekte und Themen, die in diesem Jahr eine maßgebliche Rolle im baden-württembergischen Tourismus spielen sollen. Dies kündigte Landes-Wirtschaftsminister Ernst Pfister auf der Delegiertenversammlung des Tourismus-Verbandes Baden-Württemberg in Schwäbisch Hall an.

    Pfister erklärte, dass das Land die große Stauferausstellung in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen, die im September 2010 eröffnet wird, zum Anlass nehmen werde, das Thema Staufer in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten im Kulturtourismus zu stellen – dies gelte in besonderem Maße für den italienischen Markt, wo für das Staufer-Jahr besonders geworben werden solle.

    Mit großen Schritten kommt nach Pfisters Aussagen das Projekt Automobilsommer 2011 voran: Aus allen Teilen Baden-Württembergs meldeten sich Tourismusorganisationen, Regionen, Kommunen, Museen, Vereine sowie Kultur- und Forschungseinrichtungen, die bei dem Projekt dabei sein wollten. Mit der stärkeren Akzentuierung des Themenkomplexes Naturerlebnis/Wandern/Fahrradfahren werde auch eine Anregung der im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellten Tourismuskonzeption aufgegriffen, betonte Pfister. Zudem mache eine jüngste Reiseanalyse deutlich, dass dieses Thema für Baden-Württemberg besonders relevant sei: Schon heute erklärten nahezu 20 Prozent aller Baden-Württemberg-Urlauber, dass das Naturerlebnis für sie ganz obenan stehe, laut Pfister mehr als in jedem anderen Bundesland.

    Der Tourismus-Präsident teilte in Schwäbisch Hall auch mit, dass der Tourismus im Südwesten nach 16 Jahren steten Wachstums 2009 erstmals wieder mit einem Rückgang der Ankunfts- und Übernachtungszahlen rechnen müsse – bis einschließlich September vergangenen Jahres belaufe sich das Minus auf 2,5 Prozent. Ursächlich für den Rückgang seien primär die massiven Einbußen in den Regionen, die stark vom Geschäftstourismus abhängig sind. In den klassischen Urlaubsregionen des Landes wie dem Bodensee oder Schwarzwald sei die Saison hingegen sehr gut verlaufen – so habe zum Beispiel der Bodensee Zuwächse von etwa drei Prozent zu verzeichnen.

    Erschwerend, so Pfister, komme für Baden-Württemberg der überdurchschnittlich hohe Anteil an ausländischen Besuchern hinzu, bei denen die Rückgänge derzeit – bundesweit – besonders hoch sind. Ausländische Touristen haben im Jahr 2009 nach einer Commerzbank-Studie deutlich weniger in ihrem Urlaub in Deutschland ausgegeben. Wegen dieser Entwicklung habe die deutsche Tourismusbranche im Jahresvergleich einen Rückgang der Einnahmen um 9,5 Prozent auf 24,6 Milliarden Euro verbuchen müssen, sagte jetzt zum Beispiel der Touristikexperte Rainer Guntermann in Stuttgart auf der Reisemesse CMT. „Einen vergleichbaren Einbruch hat es seit Beginn der Studie 1971 nicht gegeben.“ Vor allem Reisende aus den USA und Großbritannien hätten weniger ausgegeben, erklärte Guntermann. Ein Grund dafür sei auch der schwache Pfund- und Dollarkurs. DT/dpa/sei