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    Rom

    Personelle Änderungen gefordert

    Soziologe erhebt Rücktrittsforderungen wegen des Führungsstils der Leitung des Instituts Johannes Paul II.

    Am Institut Johannes Paul II. für Ehe- und Familienstudien wächst weiter der Unmut. (Symbolbild) Foto: epa ansa Danilo Schiavella (ANSA_FILES)

    Der emeritierte Soziologe Norbert Martin, der 35 Jahre dem Päpstlichen Rat für Ehe und Familie angehörte, fordert personelle Änderungen im Institut Johannes Paul II.

    Umstrittene Änderung der Statuten

    Das Institut hatte durch eine umstrittene Änderung der Statuten und die Entlassung mehrerer Professoren eine Debatte ausgelöst. Man gewinne den Eindruck, so Martin in einem Offenen Brief, dass „ein bewusst andere Ziele anvisierender Lenker großen Schaden anrichtet – woraus sich vernünftigerweise nur eine klare Konsequenz ergibt: Man muss ihn entlassen und durch einen vertrauenswürdigen Steuermann ersetzen.“ Das Schreiben ist an Erzbischof Vincenzo Paglia, den Großkanzler des Instituts, an Monsignore Pierangelo Sequeri, seinen Präsidenten, sowie an Kardinal Giuseppe Versaldi, den Präfekten der Bildungskongregation und an Erzbischof Vincenzo Zani, den Sekretär der Bildungskongregation, gerichtet.

    Klärungsbedarf in Bezug auf die Neugründung des Instituts

    Martin, der 1981 von Johannes Paul II. als erster Soziologe an das Institut berufen worden war, sieht Klärungsbedarf in Bezug auf die Neugründung des Instituts. Das Argument, diese sei notwendig geworden, weil „bestimmte Aspekte nicht mehr zeitgemäß“ seien, stellt er in Frage: Wörtlich fragt er: „Welche Aspekte sind das und welche sind jetzt ,zeitgemäßer‘? Die Fragen beziehen sich ganz offensichtlich in erster Linie auf das Fachgebiet der Moral. Es ist bekannt, dass hier in der Kirche seit langem ein erbitterter Kampf zwischen verschiedenen Richtungen tobt. Wurden Professor Livio Melina und allen anderen Entlassenen vielleicht ihre Treue zu ,Humanae vitae‘ und ,Veritatis splendor‘, ihre Orientierung an der Lehrtradition der Päpste von Paul VI. über Johannes Paul II. bis zu Benedikt XVI. zum Verhängnis? Missfällt den aktuellen Hochschul-Autoritäten diese theologische Ausrichtung?“

    Regelverstöße eklatant

    Es sei offensichtlich, dass im Fall des Instituts in eklatanter Weise gegen Recht und Gesetz der in der europäischen Universitätstradition geltenden Verfahrensregeln verstoßen worden sei.

    DT/reg

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