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    Der Sumpf der Pädophilie in der Kirche

    Das Übel des Missbrauchs ist tief in die Kirche eingedrungen. Bischöfe und Kardinäle sind Täter und Beschützer von Tätern. Es ist Zeit, deutlich zu werden. Von Peter Winnemöller.

    Kirche und sexueller Missbrauch
    Kirche und sexueller Missbrauch - ein Fass ohne Boden? Foto: Harald Tittel dpa/lrs +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendun... Foto: Harald Tittel (dpa)

    Man hat es als Katholik immer wieder versucht schönzureden. Missbrauch hat es in der Kirche gegeben. Doch die Irrungen und Wirrungen der 68er wollten Pädosex gesellschaftsfähig machen. Dieser kriminelle linksgrüne Sumpf hatte sich in unseren Gesellschaften weltweit breit gemacht hat.

    Widerwärtiger Sumpf aus Vertuschung und Verschweigen

    Die Kirche sei davon zwar berührt worden, dachte man, jedoch nur am Rande. Man muss Abbitte leisten. Der sündige Sumpf des sexuellen Missbrauchs war (und ist wohl auch noch) eine weit verbreitete Praxis in der katholischen Kirche. Nicht allein die pädosexuelle Verbrechen sind schon das ganze Drama. Vielmehr machen diese Praxis der Vertuschung und des Verschweigens den Sumpf so widerwärtig.

    Mit Druck und Psychologen versuchte man zuweilen aus Opfern gar noch Täter zu machen. Wer das Schweigen brach, lebte in Gefahr aus der Dorfgemeinschaft verstoßen zu werden. Die Täter konnten mit Milde rechnen. Man versetzte sie an andere Orte, wenn es nicht mehr ging. Die Staatsanwaltschaft blieb außen vor. Eine Mafia ist das! Die Oberen, die das so machten und anordneten, waren die Paten.

    Hochmut und Selbstherrlichkeit in der Kirche

    „Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm ganz zugehören sollten? Wie viel Hochmut und Selbstherrlichkeit?", schrieb Kardinal Ratzinger im Jahr 2005. Aus heutiger Sicht kann man ahnen, wie schwer die Last auf ihm lag. Auch er, dem es an Wahrheit und Klarheit nicht mangelte, stand hilflos vor einem Sumpf aus Pädosex, Schweigen und Erpressung. Seine Maßnahmen als Präfekt der Glaubenskongregation griffen nicht.

    Vor Jahren kam es mir selber nahe. Ein ehemaliger Mitschüler hat als Priester junge Menschen missbraucht. Er ist in den Laienstand versetzt und hat eine Haftstrafe abgesessen. Es bleibt die Frage: Wie konnte er so lange aktiv sein?

    Ein Freund von mir ist Opfer von klerikalem homo- und pädosexuellem Missbrauch. Von ihm weiß ich, dass ein zu viel an „öffentlichem darüber reden“ die Traumata nur neu erweckt. Es ist doppelt grausam.

    Kein Schutz für Täter!

    Confiteor! Auch ich habe versucht, die Kirche in Schutz zu nehmen. Heute sehe ich: Der Dreck ist zu tief in die Kirche eingedrungen. Bischöfe und Kardinäle sind Täter und Beschützer von Tätern. Ordensgründer und Obere sind Täter und Beschützer von Tätern.

    Aufrechte Priester werden zu Opfern, weil sie mit Tätern gleichgesetzt werden. Die Täter und ihre Beschützer gehören aus dem Amt gejagt und öffentlich angeklagt. Kein Schutz für Täter!

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    DT (jbj)

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