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    Assisi

    Carlo Acutis ist der erste Selige, der das Internet nutzte

    "Digitales Mobbing war ihm ein Gräuel", so Kardinal Vallini in seiner Predigt zur Seligsprechung Carlo Acutis’. Der Legat des Papstes äußerte Bewunderung für den neuen Seligen.

    Carlo Acutis
    Carlo Acutis wurde in Assisi selig gesprochen. Foto: Maurizio Maule via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

    Die Eucharistie ist meine Autobahn in den Himmel“. Den Satz sprach Carlo Acutis (1991-2006) häufig mit aller Selbstverständlichkeit, denn „ich will nicht ins Fegefeuer, ich will direkt in den Himmel kommen.“ Nach dem Urteil der Kirche hat er sein Lebensziel geschafft: Am Nachmittag des 10. Oktober wurde der am 12. Oktober 2006 an akuter Leukämie erst 15-jährig verstorbenen Carlo Acutis in der Basilika San Francesco von Assisi im Auftrag von Papst Franziskus von Kardinal Agostino Vallini seliggesprochen. Obwohl er in Mailand lebte, wurde Carlo auf eigenen Wunsch in Assisi bestattet.

    Autobahn in den Himmel

    Eucharistie als Autobahn in den Himmel – Der Satz prangt am Reliquiar mit dem Herzen des neuen Seligen, das nach dem eigentlichen Ritus der Seligsprechung durch die Verlesung des Apostolischen Schreibens von Papst Franziskus sowie nach der Enthüllung des Bildes des neuen Seligen in die Basilika hineingetragen wird. Wenn schon dies zu den ergreifenden Augenblicken einer Selig- oder Heiligsprechung gehört, ist dies hier erst recht herzbewegend, denn hinter dem Reliquiar her schreiten Carlos Eltern auf den Weg zum Altar. Dort werden sie von Kardinal Vallini nacheinander herzlich umarmt.

    Jesus der Freund

    In seiner Predigt betont der Legat des Papstes die „Bewunderung für Carlos Leben“, das insbesondere jungen Menschen als Vorbild dienen kann. „Was war denn an diesem Jungen von gerade mal 15 Jahren besonders?“ Nachdem der Kardinal feststellt, dass der neue Selige ein „ganz normaler, einfacher, netter Junge“ war, der „Tiere und Natur liebte, viele Freunde hatte sowie von den modernen Kommunikationsmitteln und insbesondere vom Internet begeistert war“, kommt er auf die Grundlage in Carlos Leben zu sprechen: Durch den täglichen Besuch der Heiligen Messe wurde „Jesus für ihn Freund, Lehrmeister und Erlöser“. 

    Das Internet ist ein Geschenk

    Aus seinem Bedürfnis, anderen Menschen dabei zu helfen, Gott näher zu kommen, habe Carlo auch auf das Internet zurückgegriffen. „Für Carlo war das Internet ein Geschenk Gottes, ein Mittel zur Begegnung mit den Menschen, ein Raum des Dialogs, des Austauschs in gegenseitigem Respekt, wobei ihm digitales Mobbing ein Gräuel war.“

    Die Sonne geht nun in Assisi unter, als eine außergewöhnliche Seligsprechung zu Ende geht. Nicht nur wegen des neuen Seligen, eines jungen Menschen, der mit 15 Jahren „eine überraschend christliche Reife“ (Kardinal Vallini) erlangte, sondern auch wegen der äußeren Umstände. Denn dies war wohl die erste Seligsprechung unter Corona-Bedingungen, woran die Abstände in der Basilika und auf dem Vorplatz, sondern auch der Nase- und Mundschutz erinnert.

    Dem Himmel näher

    „Heute ist uns der Himmel ein Stück näher gekommen, heute hat Carlo die eucharistische Autobahn in umgekehrte Richtung zurückgelegt“, so Bischof Domenico Sorrentino von Assisi in seinen Dankesworten am Schluss der Seligsprechung. DT/jg

     

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