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    Vasil' Hopko: Der Wochenheilige am 23. Juli

    Der selige Vasil' Hopko. Von Claudia Kock

    23. Juli: Der Wochenheilige Der selige Vasil' Hopko

    Die griechisch-katholische Kirche in der Slowakei feiert in diesem Jahr ihren 200. Gründungstag: Am 22. September 1818 bestätigte der Heilige Stuhl die auf Betreiben des österreichischen Kaisers Franz I. erfolgte Erhebung des Vikariats Prešov zu einer eigenständigen Eparchie. 1918, nach dem Zerfall des Habsburgerreiches, einigte sich der Vatikan mit der neu gegründeten Tschechoslowakei über die Errichtung einer Metropolie für diese katholische Minderheit, die mit Rom uniert ist, die Liturgie jedoch im byzantinisch-slawischen Ritus feiert.

    Aufgrund der schwierigen politischen Lage, die dann in den Zweiten Weltkrieg mündete, wurde diese Neuordnung jedoch nicht durchgeführt. Nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahr 1948 wurde die griechisch-katholische Kirche unter die Jurisdiktion der russisch-orthodoxen Kirche gezwungen. Viele Gläubige konvertierten in der Folgezeit zur Orthodoxie oder besuchten katholische Gottesdienste im lateinischen Ritus. Geistliche, die gegen diese staatliche Zwangsmaßnahme Widerstand leisteten, wurde inhaftiert, darunter der Weihbischof von Prešov, Vasil' Hopko. Er verbrachte dreizehn Jahre unter unmenschlichen Haftbedingungen, an deren Folgen er nach seiner Haftentlassung starb. Trotzdem konnte er dazu beitragen, dass die griechisch-katholische Kirche in der Slowakei im „Prager Frühling“ 1968 wiederhergestellt wurde. Am 14. September 2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. im Rahmen einer Apostolischen Reise in die Slowakei seliggesprochen.

    Vasil' Hopko wurde am 24. April 1904 in Hrabské geboren, einem Dorf im Nordosten der heutigen Slowakei, das damals zum Königreich Ungarn gehörte. Seine Eltern waren landlose Bauern. Als Vasil' noch ein Kleinkind war, starb sein Vater durch einen Blitzschlag. Die Mutter wanderte daraufhin nach Amerika aus, um den nötigen Lebensunterhalt zu verdienen, und ließ ihren Sohn bei den Großeltern zurück. Um Vasil' eine gute Schulbildung zu ermöglichen, wurde er mit sieben Jahren in die Obhut seines Onkels, eines griechisch-katholischen Priesters, gegeben und besuchte das Gymnasium von Prešov. Sein Traum war es, Priester zu werden, um zu seiner Mutter nach Amerika zu reisen und dort der griechisch-katholischen Kirche zu dienen. Mit diesem Wunsch trat er in das Seminar der Eparchie ein und wurde 1929 zum Priester geweiht.

    Gesundheitliche Probleme durchkreuzten seine Auswanderungswünsche, so dass er diese schließlich aufgab. Nachdem er sich endgültig entschlossen hatte, auf die Auswanderung zu verzichten, wurde er plötzlich geheilt. Dies verstand Vasil' als göttliches Zeichen, der Kirche in seiner Heimat zu dienen. Bis 1936 war er Pfarrer in der Hauptstadt Prag; 1940 promovierte er an der Universität Bratislava.

    Nach der Machtübernahme der Kommunisten geriet die Eparchie unter enormen Druck, dem sich der Eparch, der später seliggesprochene Bischof Peter Gojdiè, durch verstärkte Evangelisierungstätigkeit unter den Gläubigen widersetzte. Zur Unterstützung erbat er einen Weihbischof von Papst Pius XII.; dieser ernannte am 11. Mai 1947 Vasil' Hopko. 1950 wurde die griechisch-katholische Kirche in der Tschechoslowakei aufgehoben und beide Bischöfe inhaftiert.

    Mit dem Ziel, ihren Übertritt zur Orthodoxie zu erzwingen, wurden sie ein Jahr lang gefoltert und auf Hungerrationen gesetzt und schließlich zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Bischof Gojdiè starb nach zehn Jahren in Gefangenschaft. Vasil' Hopko wurde 1964, mit 60 Jahren, in ein Altenheim verlegt. Da man seinem Essen über lange Zeit kleine Dosen Arsen hinzugefügt hatte, war er physisch am Ende und durch die grausame Haft auch psychisch gebrochen. Trotzdem setzte er sich mit den verbliebenen Kräften für die Wiedererrichtung der griechisch-katholischen Kirche ein, die 1968 erfolgte. Er starb acht Jahre später, am 23. Juli 1976.

    Die langersehnte kirchenrechtliche Neuordnung der leidgeprüften griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei nahm Papst Benedikt XVI. am 30. Januar 2008 durch die Apostolische Konstitution Spiritali emolumento vor.

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