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    Papst Nikolaus I - Der Wochenheilige am 13. November

    Der heilige Papst Nikolaus I. „der Große“. Von Claudia Kock

    13. November: Der Wochenheilige Der heilige Papst Nikolaus I. „der Große“
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    Als Paul VI. am 13. November 1964 die Tiara, Symbol der weltlichen Macht der Päpste, feierlich niederlegte, war dies der „New York Times“ das Titelbild und einen Bericht auf der ersten Seite wert. „Heute schenkte Papst Paul VI. seine mit Edelsteinen besetzte dreistufige Gold- und Silbertiara den Armen der Welt, mit einer dramatischen Geste vor zweitausend Bischöfen in einer Zeremonie in der Petersbasilika. Zum Abschluss einer feierlichen Messe im byzantinisch-slawischen Ritus erhob sich der Papst von seinem Thron, ging einige Stufen herab und legte die glänzende Tiara auf dem Altar nieder“, berichtet die Zeitung. Unerwähnt ließ der Konzilsberichterstatter die Symbolik hinter dem Datum des Ereignisses: Der 13. November ist der Gedenktag des heiligen Papstes Nikolaus I., des ersten Papstes in der Geschichte, der gekrönt wurde, und in dessen Pontifikat die Slawenmission begann.

    Nikolaus wuchs zu Beginn des neunten Jahrhunderts in Rom als Sohn eines päpstlichen Hofbeamten auf. Er wurde von Papst Leo IV. zum Diakon geweiht, und sein Nachfolger Benedikt III. machte ihn zu seinem engen Berater. Er unterstützte Benedikt in seiner Auseinandersetzung mit Anastasius „Bibliothecarius“, der sich im selben Jahr zum Gegenpapst aufgeschwungen hatte, und bildete so ein starkes Bewusstsein vom Primat des römischen Pontifex heraus. 858 wurde Nikolaus auf den Stuhl Petri gewählt, in der Petersbasilika feierlich inthronisiert und als erster Papst der Geschichte gekrönt.

    Ob Kaiser Ludwig II. bei Nikolaus‘ Krönung anwesend war, ist historisch nicht gesichert. In jedem Fall gab es 864 ein Treffen zwischen ihnen, als der Kaiser versuchte, Nikolaus im Ehestreit mit dem fränkischen König Lothar II. umzustimmen. Dieser hatte sich von seiner kinderlosen Ehefrau Theutberga getrennt, um seine Mätresse Waldrada zu heiraten, von der er bereits einen Sohn hatte. Eine Synode in Metz hatte beschlossen, die neue Verbindung kirchlich abzusegnen. Als beim Papst dagegen Beschwerde eingelegt wurde, widerrief dieser die Entscheidung der Synode und exkommunizierte die Erzbischöfe von Köln und von Trier, die die treibende Kraft der Synode gewesen waren. Nikolaus blieb in seiner Haltung auch dann standhaft, als die Karolinger mit einem Heer Rom belagerten, in dem – vergeblichen – Versuch, ihn zur Legitimierung von Lothars Verbindung mit Waldrada zu zwingen.

    Nikolaus nahm seine Rolle als Nachfolger Petri, der die kirchliche Lehre und die Rechte der Kirche verteidigen muss – wenn nötig auch gegen die Entscheidungen von Bischöfen und Synoden –, in den neun Jahren seines Pontifikats mit großer Willensstärke wahr, orientiert am Evangelium. Im Jahr 866 untersagte er die Anwendung der Folter, da diese mit dem christlichen Glauben unvereinbar sei. Außerdem unterstützte Nikolaus aktiv die Mission, den „Apostel des Nordens“, den heiligen Ansgar, in Skandinavien ebenso wie die heiligen Slawenmissionare Kyrill und Methodius. Als diese 867 nach Rom kamen, wurden sie von Nikolaus I. empfangen.

    Nikolaus‘ Hoheitsansprüche über die Kirche führten zu einem Konflikt mit Photius, dem Patriarchen von Konstantinopel. Als Nikolaus diesen exkommunizierte, ließ Photius Nikolaus durch eine Synode in Konstantinopel im Jahr 867 ebenfalls exkommunizieren. Dieses sogenannte „Photianische Schisma“ war der Auftakt zu den Ereignissen, die im Jahr 1054 zum „Großen Morgenländischen Schisma“ führten. Nikolaus selbst erlebte seine Exkommunikation durch die Ostkirche nicht mehr, denn er starb noch 867. Bis heute gilt er als erster starker Verfechter des päpstlichen Universalanspruchs auf der Grundlage der von Christus verliehenen Autorität. Er gehört zu den wenigen Päpsten, die offiziell den Beinamen „der Große“ tragen.

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