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    Maria Christina von Savoyen: Die Wochenheilige am 31. Januar

    Am 25. Januar 2014, sprach Kardinal Angelo Amato in der Basilika „Santa Chiara“ in Neapel die ehemalige Königin beider Sizilien Maria Christina von Savoyen selig. Von Claudia Kock

    31. Januar: Die Wochenheilige Die selige Maria Christina von Savoyen
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    Von Claudia KOck

    Vor genau vier Jahren, am 25. Januar 2014, sprach Kardinal Angelo Amato in der Basilika „Santa Chiara“ in Neapel die ehemalige Königin beider Sizilien Maria Christina von Savoyen selig, die mit nur 24 Jahren im Kindbett verstorben war, nachdem sie den Thronfolger zur Welt gebracht hatte. Papst Franziskus würdigte sie einen Tag später in seinen Grußworten nach dem Angelus-Gebet als „Frau von tiefer Spiritualität und großer Demut, die sich der Leiden ihres Volkes annahm und zur wahren Mutter der Armen wurde. Ihr wunderbares Vorbild der Nächstenliebe bezeugt, dass das gute Leben nach dem Evangelium in jedem Umfeld und in allen sozialen Schichten möglich ist.“ Die Kirche feiert ihren Gedenktag am 31. Januar.

    Maria Christina wurde am 14. November 1812 auf Sardinien geboren, als jüngstes von sieben Kindern des Königs von Sardinien-Piemont Viktor Emanuel I. und seiner Gemahlin Maria Theresia von Österreich-Este, und wuchs in der piemontesischen Residenzstadt Turin auf. Zeugnis von ihrer tiefen Frömmigkeit gibt ein Pilgertagebuch, das Maria Christina anlässlich einer Romfahrt im Heiligen Jahr 1925 im Alter von 13 Jahren führte. Sie diente dort unter anderem im Pilgerhospiz „Santissima Trinita dei Pellegrini“, wo sie Mahlzeiten servierte und einfachen Pilgern, die nach einer langen Reise in der Ewigen Stadt ankamen, die Füße wusch.

    In ihrer Jugend fühlte sich die Prinzessin zum klösterlichen Leben hingezogen, willigte jedoch mit 18 Jahren in die Verlobung mit dem zwei Jahre älteren Ferdinand II. ein, der gerade zum König beider Sizilien gekrönt worden war. Die bei der Verlobungsfeier – vom Adel als rauschendes Fest ausgerichtet – anwesende Schriftstellerin Baronin Olimpia Rossi Savio beschrieb sie als „ernste und sanfte Schönheit“, als „sympathische, vornehme und gleichzeitig bescheidene Persönlichkeit“, die „einzige attraktive Person unter all den gekrönten Häuptern“. Am 21. November 1832 fand die Eheschließung statt, durch die Maria Christina zur Königin beider Sizilien wurde, des größten italienischen Teilstaats, der Sizilien und ganz Unteritalien umfasste.

    In den nur drei Ehejahren, die dem jungen Herrscherpaar beschieden waren, konnte Maria Christina durch ihr sanftes und frommes Wesen großen Einfluss auf ihren Gemahl ausüben. Dieser führte den Staat mit harter Hand als absoluter Monarch, wobei er nach den Wirren der napoleonischen Zeit mit beginnendem inneren Widerstand zu kämpfen hatte, und musste gleichzeitig ein straffes Reformprogramm durchführen. Gegner zwang er ins Exil, und nicht wenige ließ er zum Tode verurteilen. Maria Christinas Einwirken war es zu verdanken, dass zu ihren Lebzeiten kein Todesurteil vollstreckt und viele Verurteilte begnadigt wurden. Außerdem wird berichtet, dass die Königin ihren Gemahl dazu brachte, nachts gemeinsam den Rosenkranz zu beten, wenn am nächsten Tag wichtige politische Entscheidungen anstanden. Darüber hinaus war die Königin vor allem auf karitativem Gebiet tätig und kümmerte sich aufopferungsvoll um Arme und Kranke in ihrem Staat, der wirtschaftlich schwächsten Region Italiens. So erlangte sie großes Ansehen beim Volk, für das sie zur „reginella santa“ wurde, zur „heiligen kleinen Königin“. Weniger beliebt war die Piemontesin am neapolitanischen Hof, der sich durch die Königin in seinem ausschweifenden Lebenswandel kritisiert sah und sich über ihre Frömmigkeit lustig machte – etwa über ihre Anweisung, dass die Tänzerinnen am königlichen Opernhaus „San Carlo“ lange schwarze Unterhosen zu tragen hatten.

    Am 16. Januar 1836 brachte Maria Christina ihr erstes Kind zur Welt: den Thronfolger Franz. Zwei Wochen später starb sie aufgrund von Komplikationen bei der Geburt. Ihr Ehemann Ferdinand II. ließ das Seligsprechungsverfahren für die „reginella santa“ einleiten.