• aktualisiert:

    Würzburg

    16. September: Der heilige Cyprian von Karthago

    Cyprian gehört zu den bedeutendsten Kirchenvätern und ist sogar in das Eucharistische Hochgebet aufgenommen worden, wo sein Name gleich nach denen der ersten Päpste genannt wird.

    Cyprian von Karthago
    Cyprian starb 258 unter Valerian. Seinem Henker gab er fünf Goldstücke, da dieser ihm das Tor zum Himmel öffnet, verband...

    Extra ecclesiam nulla salus – außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“: Kaum ein Lehrsatz wurde im Laufe der Jahrhunderte so kontrovers diskutiert wie dieser. Er geht zurück auf den heiligen Bischof Cyprian von Karthago, der ihn im dritten Jahrhundert im sogenannten „Ketzertaufstreit“ an seinen mauretanischen Amtskollegen Jubaianus schrieb. Hintergrund war die Frage nach der Gültigkeit der von Häretikern gespendeten Taufe. Während Papst Stephanus I. die Auffassung vertrat, dass eine mit der richtigen Formel und Intention vorgenommene Taufe immer gültig sei, unabhängig von ihrem Spender – diese Auffassung hat sich später durchgesetzt und gilt bis heute –, wollte Cyprian nur jene Taufen anerkennen, die von jenen gespendet worden waren, die nicht von der römischen Kirche abgespalten waren. Anders als in der späteren theologischen Entwicklung ging es ursprünglich bei dem Satz also nicht um das ewige Seelenheil, sondern um die heilswirksamen Sakramente. Cyprian gehört zu den bedeutendsten Kirchenvätern und ist sogar in das Eucharistische Hochgebet aufgenommen worden, wo sein Name gleich nach denen der ersten Päpste genannt wird. Sein Gedenktag ist der 16. September.

    Thascius Cyprianus wurde um 210 im nordafrikanischen Karthago in einer heidnischen Familie der senatorischen Oberschicht geboren. Nach einer klassischen Ausbildung wurde er ein erfolgreicher Redner. Mit etwa 35 Jahren gelangte er durch den Priester Caecilianus zum christlichen Glauben und wurde im Jahr 246 getauft. Er verschenkte einen Großteil seines Vermögens an die Armen und wurde innerhalb von nur drei Jahren erst zum Priester und dann sogar zum Bischof von Karthago geweiht, was den Neid anderer Kleriker erweckte, gegen deren Widerstand er in den ersten Jahren seiner Amtszeit zu kämpfen hatte.

    Rückkehr nach Karthago nach der Verfolgung

    Gleichzeitig bestieg in Rom mit Decius ein neuer Kaiser den Thron. Um die schwere politische und wirtschaftliche Krise zu überwinden, in der das Römische Reich sich befand, ordnete dieser an, dass jeder Bürger ein Götteropfer vollziehen sollte, um den „Zorn der Götter“, in dem er die Ursache der Krise sah, zu beschwichtigen. Wer das Opfer vollzogen hatte, bekam eine schriftliche Bescheinigung, wer es verweigerte, musste mit der Todesstrafe rechnen. Als die Bischöfe von Rom, Jerusalem und Antiochia gleich zu Beginn der Verfolgung Märtyrertod erlitten, entschloss sich Cyprian zur Flucht – nicht um seine Diözese im Stich zu lassen, sondern um sie aus der Verborgenheit heraus weiter leiten zu können. Er schrieb mehrere Hirtenbriefe an seine verfolgte Gemeinde. Im Frühjahr 251 endete die Verfolgung. Cyprian kehrte nach Karthago zurück, wo er eine schwierige Situation vorfand.

    Er war einerseits persönlicher Kritik ausgesetzt, da ihm vorgeworfen wurde, sich dem Martyrium entzogen zu haben, und stand andererseits vor den Scherben seiner Gemeinde: Zahlreiche Christen waren unter der Verfolgung vom Glauben abgefallen, andere hatten das Opfer aus Furcht vollzogen und baten nun reumütig um Wiederaufnahme in die Kirche, wieder andere hatten sich die Opferbescheinigung erschlichen.

    Cyprian erarbeitete ein System für die Wiederaufnahme der abgefallenen Christen in die Gemeinschaft, verbunden mit unterschiedlichen Zeiten der Reue und Buße, das von einer Synode in Karthago approbiert wurde.

    Auseinandersetzung mit dem Papst im "Ketzertaufstreit"

    Cyprians Hauptwerk „De unitate Ecclesiae“ war dem Thema der Einheit der Kirche gewidmet, die nur auf Petrus gegründet sein kann. So schreibt er, dass „wer den Stuhl Petri verlässt, auf dem die Kirche gegründet ist, sich täuscht (wenn er annimmt) noch in der Kirche zu stehen“. Trotzdem scheute er sich nicht, im oben erwähnten „Ketzertaufstreit“ eine theologische Auseinandersetzung mit Papst Stephan I. zu führen, der im Jahr 254 den Stuhl Petri bestieg.

    Cyprian starb 258 während der Christenverfolgung des Kaisers Valerian. Der Überlieferung zufolge gab er seinem Henker fünf Goldstücke, da dieser ihm das Tor zum Himmel öffne, verband sich selbst die Augen und neigte sein Haupt. Seine Kopfreliquie kam später über Umwege nach Aachen, wo sie bis heute in Kornelimünster aufbewahrt wird.

    Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier.

    Weitere Artikel