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    16. April: Der Wochenheilige Contardo D'Este

    Der heilige Contardo D'Este. Von Claudia Kock

    16. April: Der Wochenheilige Der heilige Contardo D'Este
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    In dieser Woche, am 16. April, feiert der emeritierte Papst Benedikt XVI. seinen 92. Geburtstag. In seinem letzten Grußwort an die Gläubigen von der Mittelloggia des Apostolischen Palastes in Castel Gandolfo vor sechs Jahren erklärte er: „Ich bin ein einfacher Pilger, der nun die letzte Etappe seines Weges auf dieser Erde antritt“. Sein Geburtstag fällt zusammen mit dem Gedenktag eines Heiligen, der als der „arme Pilger“ verehrt wird: Contardo d'Este, der auf die Herzogswürde und politische Macht verzichtete, um sein Leben als einfacher Pilger zu verbringen.

    Contardo Dd'Este, der im Jahr 1216 in der norditalienischen Stadt Ferrara geboren wurde, hatte schon vor seiner Geburt einen schweren Stand. Er war ein Spross des hochadligen Rittergeschlechts der Este und der erste Sohn und damit der designierte Nachfolger des jungen Herzogs von Ferrara, Aldobrandino d'Este. Noch vor seiner Geburt starb sein Vater jedoch mit nur 25 Jahren; wahrscheinlich fiel er einem Giftmord zum Opfer. Contardos Mutter wurde zusammen mit seiner Halbschwester Beatrice, die einer früheren Ehe des zwischenzeitlich verwitweten Vaters entstammte, vom Hof verbannt, und als Contardo geboren war, wurde ihm das Recht auf die Nachfolge seines Vaters abgesprochen.

    Beatrice, eine von drei Frauen aus dem Geschlecht der Este, die nach ihrem Tod heiliggesprochen wurden, heiratete im Jahr 1234 den ungarischen König Andreas II. Als Königin von Ungarn machte sie ihren Einfluss geltend und sorgte dafür, dass ihr Halbbruder das Recht auf den Thron des Herzogs von Ferrara zurückerhielt; 1235 ernannte der König von Ungarn Contardo zum Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem. So stand dem jungen Herzog mit 19 Jahren ein Leben offen, das ihm eine hohe Machtposition im damaligen Europa zusicherte, ebenso wie großes Ansehen, Reichtum und die Möglichkeit, einen Kreuzzug ins Heilige Land zu leiten. Er spürte jedoch einen inneren Ruf, sein Kreuzrittertum auf ganz andere Weise zu leben: als armer Pilger, der Zeugnis gibt vom Evangelium.

    So verzichtete Contardo auf die Herrschaft in Ferrara und unternahm zunächst eine Wallfahrt ins Heilige Land. In die Heimat zurückgekehrt führte er dort ein einfaches Leben als Büßer. Mit 33 Jahren brach er zusammen mit einigen Gefährten erneut aus seiner Heimat auf, um auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu pilgern und dabei die Menschen, denen er unterwegs begegnete, im Glauben zu erbauen. Sie gingen zunächst in nordwestliche Richtung, bis sie in das Dorf Bovi bei Pavia kamen.

    Hier erkrankte Contardo schwer und konnte nicht weiterreisen, hielt aber seine Gefährten an, den Weg fortzusetzen, was diese schweren Herzens taten. Er selbst blieb todkrank in einer Herberge zurück und wurde, als sein Geld ausging, von einem Bauern aufgenommen, der ihm gestattete, auf einem Strohsack in einer Hütte auf dem Land zu liegen. Unter diesen ärmlichen Umständen verstarb Contardo d'Este am 16. April 1239.

    Der Legende nach begannen bei seinem Tod die Glocken der Kirche von allein zu läuten und hörten nicht auf, bis die Einwohner von Bovi den armen Pilger bestattet hatten. Sofort begannen an seinem Grab Wunderheilungen zu geschehen. Vor allem Bauern der Gegend, die aufgrund der schweren Feldarbeit unter Kopf- und Rückenschmerzen litten, wurden geheilt. So kam der arme Pilger schnell in den Ruf der Heiligkeit. Als seine Gefährten auf dem Rückweg von Santiago de Compostela nach ihm suchten, erzählte man ihnen die Geschichte. So enthüllten sie den Dorfbewohnern die wahre Identität des Pilgers: Contardo d'Este, der Herzog von Ferrara. Schon kurze Zeit später wurde sein Leichnam in die Pfarrkirche von Bovi überführt, wo seine Verehrung nicht aufhörte.

    Im 16. Jahrhundert wurde er von Papst Paul V. heiliggesprochen. Im Martyrologium Romanum heißt es zum 16. April: „In Bovi bei Pavia Gedenktag des heiligen Pilgers Contardo, der ein Leben in äußerster Armut wählte und an einer Krankheit verstarb, auf dem Weg nach Compostela.“

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