• aktualisiert:

    Dubrovnik

    09. Juli: Die selige Marija vom gekreuzigten Jesus Petkovic

    Der Ordensschwester Maria Petrovic wird ein Wunder zugesprochen, das technisch als unmöglich betrachtet wird. 2003 wurde sie durch Johannes Paul II. seliggesprochen.

    Sel Marja Petrovic
    Marija Petkovic wurde am 10. Dezember 1892 in Blato auf der kroatischen Insel Korcula geboren. Sie war das sechste von a... Foto: IN

    Am Abend des 26. August 1988 geschah vor der Küste bei Callao in Peru ein schreckliches Unglück: Das peruanische Marine-U-Boot BAP Pacocha (SS–48) wurde von einem japanischen Hochseefischkutter gerammt und sank über 40 Meter tief auf den Meeresgrund. Vier Besatzungsmitglieder waren sofort tot; 23 weitere konnten in ein Rettungsboot flüchten. Die übrigen 20 Mann drängten in den wasserdicht verschließbaren Torpedoraum, um dort auf Hilfe zu warten. Als die schwere Luke sich hinter ihnen schloss, wurde das Bein eines Matrosen eingeklemmt. Der Erste Offizier Roger Cotrina Alvarado drückte die Luke geistesgegenwärtig wieder auf. Sofort drangen Wassermassen in den Torpedoraum ein; die Luke ließ sich nicht wieder schließen. Als alle zu ertrinken drohten, rief der 42-jährige Offizier die Hilfe von Marija Petrovic an, deren Geschichte er kurz zuvor von Ordensschwestern gehört hatte. Was dann geschah, schilderte er später folgendermaßen: „Ich sah ein Licht, und ich verspürte eine unbeschreibliche Kraft, die es mir erlaubte, die Luke zu schließen.“ So rettete er allen das Leben. Dieses Wunder, das technisch als unmöglich betrachtet wird, führte zur Seligsprechung von Marija Petkovic durch Johannes Paul II. am 6. Juni 2003 in Dubrovnik.

    Mit zwölf Jahren legte sie ein privates Keuschheitsgelübde ab

    Marija Petkovic wurde am 10. Dezember 1892 in Blato auf der kroatischen Insel Korcula geboren. Sie war das sechste von acht Kindern eines sehr frommen Ehepaars, das den eigenen Wohlstand zur Unterstützung der Armen einsetzte. Mit zwölf Jahren empfing Marija die Erstkommunion und legte ein privates Keuschheitsgelübde ab. Sie schloss sich in der Jugend dem karitativen Verein der „Töchter Mariens“ und später dem Drittorden der Franziskaner an, erteilte Erstkommunionunterricht, machte Krankenbesuche, war in der Mütterhilfe und in einer Suppenküche tätig.

    Der Bischof von Dubrovnik, Josip Marcelic, verfolgte Marijas Weg als Beichtvater sehr intensiv und begrüßte ihren Eintritt in eine italienische Ordensgemeinschaft, die er in sein Bistum geholt hatte. Als die ausländischen Schwestern aufgrund des Ersten Weltkriegs das Land verlassen mussten, gestattete er Marija zusammen mit den verbliebenen kroatischen Schwestern die Gründung einer neuen Kongregation. Am Hochfest der Verkündigung des Jahres 1919 entstand so die „Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des heiligen Franziskus“, zur Erziehung und Bildung junger Frauen. Die Schwestern gründeten Hauswirtschaftsschulen, gaben Unterricht im Nähen und Schneidern und eröffneten Kindergärten.

    Als Oberin "die letzte unter den Schwestern"

    Bischof Marcelic setzte Marija als Ordensoberin ein, erinnerte sie aber gleichzeitig daran, dass sie als Oberin „die letzte unter den Schwestern“ sein müsse. Sie müsse „wenn nötig, barfuß gehen, während die Schwestern Schuhe tragen, hungrig sein, wenn die Schwestern satt sind, und dem Vorbild des gekreuzigten Jesus nachfolgen“. Am 4. Oktober 1920, dem Fest des heiligen Franz von Assisi, wurde die Kongregation offiziell approbiert; Marija bekam den Namenszusatz „vom gekreuzigten Jesus“. Von 1920 bis 1952 wurde Marija fünf Mal zur Generaloberin gewählt. Sie reiste durch ganz Kroatien, um neue Häuser zu gründen, außerdem nach Rom, wo das Generalat entstand, und ab 1936 in verschiedene Länder Lateinamerikas, wo sich die „Töchter der Barmherzigkeit“ schnell verbreiteten und  bis heute in zahlreichen karitativen Diensten tätig sind. Bei allem vertraute Marija vor allem auf die Vorsehung Gottes, da sie überzeugt war, dass alles „Sein Werk“ sei. Sie pflegte zu sagen: „Wenn ich Geld hätte, würde ich auf das Geld vertrauen, aber ohne es vertraue ich nur auf Gott.“

    Im Alter von sechzig Jahren erlitt Mutter Marija im Generalat in Rom einen Schlaganfall und war von diesem Augenblick an gelähmt. Sie starb drei Jahre später, am 9. Juli 1956. In ihrem geistlichen Testament hinterließ sie ihren Töchtern einen letzten Rat: „Liebt den Herrn Jesus Christus mit unendlicher Liebe; tut alles für ihn allein, und gebt euer Leben hin in Werken der Barmherzigkeit und der Liebe.“

    Der Ordensschwester Maria Petrovic wird ein Wunder zugesprochen, das technisch als unmöglich betrachtet wird. 2003 wurde sie durch Johannes Paul II. seliggesprochen. hier .

    Weitere Artikel