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    Peking

    07. Juli: Der heilige Giuseppe Maria Gambaro OFM

    Im Oktober 2000 sprach Papst Johannes Paul II. 33 Missionare heilig, die ihr Land verließen, um den Glauben in China zu verkündigen. Einer dieser China-Missionare war der heilige Franziskaner Giuseppe Maria Gambaro, dessen Gedenktag die Kirche am 7. Juli feiert.

    Giuseppe Mario Gambaro
    Bei einer Volksmission der Passionisten entdeckte er mit 13 Jahren seine Ordensberufung; mit 17 Jahren trat er in das No... Foto: IN

    Am 1. Oktober 1949 wurde die Volksrepublik China ausgerufen, seitdem ist dies der chinesische Nationalfeiertag. Es war daher ein starkes Zeichen, als Papst Johannes Paul II. am 1. Oktober 2000 im Rahmen des Großen Jubiläums 120 Märtyrer heiligsprach, die in China wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet worden waren. „Zu dieser Schar von Märtyrern“, so der Papst in seiner Predigt auf dem Petersplatz in Rom, „gehören auch 33 Missionare und Missionarinnen, die ihr Land verließen und versuchten, sich in die chinesische Wirklichkeit einzugliedern. Hierbei wollten sie sich in Liebe deren Eigenschaften zu eigen machen, beseelt vom Wunsch, Christus zu verkünden und dem chinesischen Volk zu dienen. Ihre Gräber befinden sich dort, um gleichsam ihre endgültige Zugehörigkeit zu China zum Ausdruck zu bringen, das sie trotz aller menschlicher Unzulänglichkeiten aufrichtig geliebt und für das sie ihre ganze Kraft aufgebracht haben.“
    Einer dieser China-Missionare war der heilige Franziskaner Giuseppe Maria Gambaro, dessen Gedenktag die Kirche am 7. Juli feiert.

    Schon früh diente er als Messdiener

    Antonio Bernardo Gambaro wurde am 7. August 1869 im piemontesischen Galliate unweit der Schweizer Grenze geboren. Seine Eltern waren nach alter Familientradition Weber, die in Heimarbeit tätig waren; auch ihre sechs Kinder mussten neben der Schule am Webstuhl helfen. Antonio Bernardo, das zweitjüngste Kind, diente daneben schon früh als Messdiener und empfing bereits im Alter von acht Jahren die Erstkommunion und vier Jahre später die Firmung. Bei einer Volksmission der Passionisten entdeckte er mit 13 Jahren seine Ordensberufung; mit 17 Jahren trat er in das Noviziat der Franziskaner ein, wo er am 28. September 1887 die Ordensgelübde ablegte und den Namen Giuseppe Maria erhielt.

    Nach der Priesterweihe am 12. März 1892 und dem Abschluss der theologischen Studien wurde er zunächst in den Konvent von Ornavasso im malerischen Ossolatal geschickt, wo er für die Anleitung junger Ordensanwärter zuständig war. Innerlich zog es ihn jedoch in die China-Mission; mit diesem Anliegen las er 88 Messen im nahegelegenen Marienheiligtum von Boden.

    Schließlich wurde sein Gebet erhört: Die Ordensoberen sandten Pater Giuseppe Maria in den Fernen Osten. Über Rom und Neapel segelte er im Dezember 1895 zunächst ins Heilige Land, wo er das Weihnachtsfest verbrachte, und dann weiter vom ägyptischen Port Said über den Indischen Ozean und das Südchinesische Meer bis nach Shanghai und von dort aus über den Jangtse-Fluss nach Hankou – heute ein Stadtteil von Wuhan –, wo er, wie es damals vorgeschrieben war, das Ordensgewand gegen chinesische Kleidung austauschte. Am 1. Mai 1896 kam er an seinem Zielort an: dem Priesterseminar der Provinz Hunan, wo er vom Apostolischen Vikar Bischof Antonino Fantosati als Spiritual eingesetzt wurde – ein Amt, das er vier Jahre lang ausübte.
    Ab Pfingsten des Jahres 1900 begleitete Pater Giuseppe Maria Bischof Fantosati auf eine Apostolische Visite einiger Gemeinden des Vikariats. Am 5. Juli wurden sie unterwegs von der Nachricht überrascht, dass der chinesische „Boxeraufstand“, der sich gegen Ausländer und chinesische Christen richtete, auch die Provinz Hunan erreicht hatte.

    Er starb in den Armen seines Bischofs

    Fantosatis Bischofssitz und ein von ihm gegründetes Waisenhaus waren zerstört, ein franziskanischer Mitbruder ermordet worden. Trotz der drohenden Gefahr beschlossen die beiden Missionare, sofort flussaufwärts über den Jangtse dorthin zurückzukehren. Sie kamen jedoch nicht weit: Am 7. Juli wurde ihr Boot von chinesischen Rebellen umzingelt und geentert. Die beiden Missionare wurden gezwungen, an Land zu gehen, wo sie gefangengenommen, geschlagen und gesteinigt wurden. Schließlich brach Pater Giuseppe Maria zusammen; er starb in den Armen seines Bischofs, der ihm mit letzter Kraft den Segen erteilte, bevor er zwei Stunden später ebenfalls seinen Geist aushauchte. Zusammen mit weiteren Märtyrern aus dem „Boxeraufstand“ wurden P. Giuseppe Maria Gambaro, der nur 31 Jahr alt wurde, und Bischof Fantosati am 24. November 1946 von Papst Pius XII. seliggesprochen.

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