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    Wallfahrt im Zeichen dreier Päpste

    Prostyn ist das einzige Heiligtum der Heiligen Dreifaltigkeit in Polen und der Ort der Erscheinungen der heiligen Anna. Von Anna Meetschen

    Während der heiligen Messe benutzte der Primas von Polen den Kelch, den Papst Johannes Paul II. dem Heiligtum im Jahr 20... Foto: EpiskopatNews

    Das Heiligtum der Heiligsten Dreifaltigkeit und der heiligen Anna im ostpolnischen Prostyn ist die einzige Wallfahrtskirche der Heiligsten Dreifaltigkeit in Polen und eine der wenigen in Europa. Am Sonntag, dem Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit, konnten dort Ablässe gewonnen werden. Von Papst Franziskus gesegnete Dekorationen in Form von Kronen und Heiligenschein wurden der Statue der Heiligsten Dreifaltigkeit – „Thron der Gnade“ genannt – aufgesetzt. Der Primas von Polen Erzbischof Wojciech Polak, leitete die Diözesanfeierlichkeiten, die auch die Oktav des 500. Jahrestages der Erscheinungen der heiligen Anna in Prostyn beenden.

    An den Feierlichkeiten in Prostyn nahmen unter anderem Erzbischof Tadeusz Wojda, Metropolit von Bialystok, Bischof Tadeusz Bronakowski aus Lomza, Bischof Piotr Sawczuk aus Siedlce, Bischof Antoni Dydycz aus Drohiczyn, und viele andere Bischöfe und Priester teil. Erzbischof Wojciech Polak erinnerte an den Thron der Gnade, „den Gott so großzügig vor uns stellt: Thron Seines Wortes, Thron der Eucharistie, Thron der Gegenwart, um den dreieinigen Gott zu verherrlichen und von hier wegzugehen, so wie die Pilger,  die im Körper und Geist gestärkt sind“.

    Während der heiligen Messe benutzte der Primas von Polen den Kelch, den Papst Johannes Paul II. dem Heiligtum im Jahr 2004 geschenkt hatte – ein Geschenk zu seinem Goldenen Priesterjubiläum.  Das Heiligtum in Prostyn ist mit den Namen dreier Päpste verbunden. Benedikt XVI. verlieh der Kirche im Jahr 2012 den Titel Basilika. Auch mit dem einstigen Primas von Polen Kardinals Stefan Wyszynski gibt es eine Verbindung:  Die Eltern von Kardinal Stefan Wyszynski heirateten in der dortigen Kirche, in der sein Vater Organist war. Kardinal Wyszynski selbst kam oft zu den Feierlichkeiten hierher.

    Das Heiligtum der Heiligsten Dreifaltigkeit und der heiligen Anna ist über 500 Jahre alt. Die Archivdokumente zeigen, dass im Jahr 1510 die heilige Anna in Prostyn erschien. Die Heilige empfahl, dass am Erscheinungsort die Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit gebaut werden sollte. Im Heiligtum von Prostyn wird seitdem die wundertätige Statue der Heiligsten Dreifaltigkeit in Form des Thrones der Gnade verehrt. Er stellt Gottvater dar, der auf dem Thron sitzt und den Körper des gekreuzigten Sohnes hält, und das Symbol des Heiligen Geistes - die Taube über dem Kreuz. Die Statue wurde von Veit Stoß oder seinen Schülern geschaffen.

    Als im August 1944 die Deutschen vor der sowjetischen Armee zurückwichen, beschlossen sie, die Kirche abzureißen. Zu dieser Zeit fragte ein deutscher Offizier - wahrscheinlich ein Schlesier – einen Geistlichen in Prostyn, ob er etwas Wertvolles aus dem Tempel mitnehmen wolle. Der Priester erhielt die Statue der Heiligen Dreifaltigkeit. Auf diese Weise wurde die für ihre Wunder berühmte Statue der Heiligen Dreifaltigkeit gerettet. Die Kirche wurde am 19. August 1944 gesprengt und nach dem Krieg wieder aufgebaut.

    Vom Zeitpunkt der Erscheinungen der heiligen Anna an begannen die Pilgerfahrt nach Prostyn und die Berichte von wunderbaren Gebetserhörungen. Im Archiv der Pfarrei befindet sich das „Buch der Wunder“, das von mehr als einhundert Fälle von gelähmten, blinden, an Rheumatismus leidenden Menschen berichtet. Heilungen finden bis heute statt, zum Beispiel wurde in diesem Jahr eine Pilgerin von einer unheilbaren Krankheit geheilt.

    Am Sonntag endete auch die Oktav zum 500. Jahrestag der Erscheinungen der heiligen Anna in Prostyn. Am Ende der Feierlichkeiten wurden die Pilger mit der Krone der heiligen Anna gekrönt.

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