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    Pax Christi: Kriminalisierung von Seenotrettung beenden

    Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat die Behinderung oder Verhinderung der zivilen Seenotrettung von Flüchtlingen und Migranten im Mittelmeer beklagt. Die Kriminalisierung der Arbeit von Rettungsschiffen sei sofort zu beenden.

    Eine Schwimmweste liegt auf den Felsen entlang der spanischen Südküste. Foto: Javier Fergo/AP/dpa Foto: Javier Fergo (AP)

    Die Pax Christi-Bundesvorsitzende Stefanie Wahl forderte am Mittwoch in Berlin zugleich von der Europäischen Union ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden. Der Umgang mit der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer habe sich im Laufe des Sommers verschärft. Schiffe der zivilen Seenotrettung seien festgesetzt, die Seeraumüberwachung zum Teil eingestellt und Schiffe mit Geretteten an Bord die Einfahrt in europäische Häfen verwehrt worden.

    Pax Christi fordert sichere Fluchtwege, faire Asylverfahren und die Unterstützung ziviler Rettungsschiffe

    Die Delegiertenversammlung der katholischen Friedensbewegung forderte von der Bundesregierung, sich für sichere Fluchtwege, faire Asylverfahren und die Unterstützung ziviler Rettungsschiffe und Aufklärungsflugzeuge einzusetzen. "Die Kriminalisierung von Seenotrettung und Festsetzung von Rettungsschiffen ist sofort zu beenden", so Stefanie  Wahl. Die Schutzbedürftigkeit von schutzsuchenden Menschen müsse wieder in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Bundesregierung solle sich ferner dafür stark machen, dass die EU-Staaten ihren menschenrechtlichen und seerechtlichen Verpflichtungen zur Seenotrettung unverzüglich gerecht werden.

    Papst Franziskus: "Es ist nicht hinnehmbar, dass das Mittelmeer ein Massengrab wird"

    Seenotrettung und Flüchtlingsschutz seien ein Gebot der Humanität, betonten die Delegierten. Die Friedensbewegung zitierte die Worte von Papst Franziskus: "Es ist nicht hinnehmbar, dass das Mittelmeer ein Massengrab wird." Tausende von ertrunkenen Menschen seien Ausdruck einer humanen Tragödie, die sich an Europas Außengrenzen abspiele. Sie sei die Folge "einer Politik der zunehmenden Schutzverweigerung an den EU-Außengrenzen und der immer rigideren Abschottung und Abschreckung".

    34.361 registrierte Todesopfer in den vergangenen 25 Jahren

    Von 1993 bis Mai 2018 sind bei Fluchtversuchen mindestens 34.361 Menschen im Mittelmeer ertrunken, so die Nichtregierungsorganisation „United for Intercultural Action“ auf ihrer website (pdf), die eine Liste der Opfer führt. Wie viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Dürre und Armut in den letzten Jahren insgesamt im Mittelmeer ums Leben kamen, ist unbekannt.

    DT (jbj) / KNA

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