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    Aachen

    Missio zu Asia Bibis Ausreise: "Erleichtert und dankbar"

    Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, berichtet von einer guten Behandlung Asia Bibis in Pakistan nach ihrer Freilassung im Oktober 2018.

    Missio: Asia Bibis Freiheit ist ein "wichtiges Zeichen für christliche Minderheit". Foto: K.M. Chaudary (AP)

    "Wir sind erleichtert und dankbar, dass Asia Bibi jetzt in Kanada endgültig Asyl gefunden hat", begrüßte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, die gestern bestätigte Ausreise der Christin aus Pakistan.

    Missio: Einsatz für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit lohnt sich

    Sie war dort 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt und im vergangenen Oktober in letzter Instanz freigesprochen worden. "Das ist ein Erfolg der kanadischen Regierung und der weltweiten Unterstützung für die verfolgte Christin, der zeigt, dass sich der Einsatz für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit lohnt", so Prälat Krämer weiter. "Wir danken aber auch der pakistanischen Regierung und Justiz, die sich in einer schwierigen Lage im Fall Asia Bibi letztlich nicht dem Druck islamistischer Fanatiker gebeugt haben, und es so ermöglichten, dass Asia Bibi Gerechtigkeit erfahren hat und jetzt in Sicherheit ein neues Leben beginnen kann", sagte Prälat Krämer. "Das ist auch ein wichtiges Zeichen für die christliche Minderheit in Pakistan, dass dem Missbrauch der Blasphemiegesetze künftig wirksamer begegnet werden kann", sagte missio-Präsident Prälat Krämer.

    Vertreter der pakistanischen Kirche: Asia Bibi wurde sehr gut geschützt

    Vertreter der pakistanischen Kirche berichteten gestern gegenüber missio zudem, dass Asia Bibi nach ihrer Freilassung im Oktober während ihrer Wartezeit auf das Asyl sehr gut behandelt, begleitet und vom pakistanischen Militär geschützt worden sei. Asia Bibi selbst sei eine sehr starke Persönlichkeit in dieser Situation gewesen. Die missio-Partner sagten zudem, so Prälat Krämer, dass es weitere positive Signale gebe: So seien etwa Passagen aus Schulbüchern entfernt worden, die geeignet waren, religiöse Vorurteile zu schüren. "Wir werden die Christen und Kirche in Pakistan weiter unterstützen, an einer positiven Entwicklung ihres Heimatlandes mitzuwirken," erklärte Prälat Krämer.
     
    Er bedankte sich nicht zuletzt bei Rechtsanwalt Saif ul-Malook, der als Muslim in Pakistan die endgültige Freilassung für Asia Bibi erreicht hatte und sich selbst damit großer Gefahr aussetzte. Dabei sei ihr Anwalt auch von pakistanischen Muslimen, die in Deutschland leben, unterstützt worden. "Sie wollen nicht hinnehmen, dass ihre Religion durch Fanatiker missbraucht wird, auch das ist ein ermutigendes Zeichen", so Prälat Krämer.

    Hintergrund: Missio unterstützt Kirche in Pakistan

    Missio Aachen hatte für die Freilassung von Asia Bibi 18.450 Unterschriften einer Petition an die Bundesregierung übergeben. Missio organisierte auch die Möglichkeit, Briefe an Bundeskanzlerin Angela Merkel für Asia Bibi zu schreiben. Auf dem Katholikentag 2018 im Mai lud missio den Botschafter Pakistans in Deutschland, Jauhar Saleem, zu einer Podiumsdiskussion ein und bat ihn um Einsatz für Asia Bibi. In den vergangenen Jahren brachte missio auch immer wieder pakistanische Christen mit deutschen Politikern in Verbindung, damit sie dort über die Nöte der bedrängten Christen in Pakistan berichten und um Solidarität werben konnten.

    missio / DT (jobo)

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