• aktualisiert:

    Kardinal O'Brien: Heiliges Land darf kein Museum werden

    Der Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem will sich verstärkt dafür einsetzen, die Chancen junger Menschen auf Bildung im Heiligen Land auszubauen.

    Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem stellt etwa 80 Prozent des gesamten operativen Budgets des Lateinischen P... Foto: Jim Hollander (EPA)

    Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem will sich verstärkt dafür einsetzen, die Chancen auf Bildung im Heiligen Land zu verbessern, um Christen somit dabei zu unterstützen, in ihrem Heimatland zu bleiben. Dies erklärte der amerikanische Kurienkardinal Edwin O'Brien, Großmeister des Ritterordens, wie die amerikanische „Catholic News Agency“ (CNA) berichtet. „Wir wollen nicht, dass sich das Heilige Land in ein Museum verwandelt“, so O'Brien. Der 79-Jährige Kardinal äußerte sich im Vorfeld der Hauptversammlung des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, die kommende Woche im Vatikan stattfinden wird.

    Bildung ist Fundament für bessere Zukunft

    Er sei der Ansicht, so O'Brien, dass der Einsatz für Bildung einer der größten Beiträge sei, die der Orden bisher geleistet habe. Bildung bedeute Stabilität, da sie jungen Menschen im Heiligen Land als Fundament für eine bessere Zukunft diene. Zudem trage Bildung zum friedlichen interreligiösen Dialog bei, da sowohl Christen wie auch Muslime die vom Ritterorden finanzierten Schulen besuchten, so der Großmeister.

    Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem stellt etwa 80 Prozent des gesamten operativen Budgets des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem zur Verfügung. Er unterstützt damit knapp 70 Pfarrgemeinden, 44 Schulen und 90 000 Christen in Jordanien, Palästina, Israel und Zypern.

    Ritterorden unterstützt 90 000 Christen in Jordanien, Palästina, Israel und Zypern

    O'Brien erklärte weiter, dass sein Orden in der Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen auf dem Gebiet des Patriarchats Erfolge verzeichne. „Die wirkungsvolle Rolle, die wir einnehmen, besteht im Dialog, insbesondere aber im Bildungswesen, da für viele kaum solide Chancen auf Bildung herrschen“, so O'Brien. Der Ritterorden kümmere sich um die Bildungschancen von Christen, „unabhängig davon, wie sie zur Finanzierung beitragen können“. O'Brien wies auch darauf hin, dass die Menschen im Heiligen Land auf die Hilfe des Ritterordens angewiesen seien, da es ansonsten kaum weitere Hilfsangebote gebe.

    DT/mlu

    Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

    Weitere Artikel