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    "Herzschmerz"-Gottesdienst und Aschenkreuz "to go"

    Weil in diesem Jahr der Aschermittwoch auf den Valentinstag fällt, haben sich die Kirchen mancherorts eine ungewöhnliche Liturgie einfallen lassen.

    Das Aschenkreuz an Aschermittwoch: Ein Zeichen, das über den Umgang mit Schuld nachdenken lässt. Foto: dpa

    Am Mittwoch gehen die Kirchen mancherorts ungewöhnliche Wege: Der Aschermittwoch und der Valentinstag fallen in diesem Jahr auf denselben Tag. Neben Segnungen für Verliebte, Single-Gottesdiensten und dem Austeilen des Aschenkreuzes in Gottesdiensten haben sich einige Bistümer für diese skurrile Kombination etwas Neues einfallen lassen.

    "Aschermittwoch ist alles vorbei - die Liebe geht weiter", unter dieser Überschrift wird es im Kölner Dom einen Gottesdienst für Paare geben. Auch die Krefelder katholische Gemeinde Heilig Geist will aus den Kalenderkapriolen eine Tugend machen. Sie lädt zu einem Tag unter dem Motto "Asche auf mein Herz" ein. Es wird viel über Liebe gesprochen werden: "Wie liebe ich? Wen liebe ich wie? Wie liebt mich Gott?", so heißen die Leitfragen.

    In Kempten im Allgäu findet ein "Herzschmerz"-Gottesdienst statt. "Nicht alle Menschen fühlten sich geliebt und geborgen", erklärte Maria Gobleder (29) am Montag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dieses Empfinden werde am Valentinstag besonders stark, ergänzte die Referentin der katholischen Kemptener Jugendkirche "Open Sky". Den Betroffenen solle der "Herzschmerz"-Gottesdienst Verständnis entgegenbringen und zeigen, dass sie nicht allein seien.

    In Essen und Freiburg wird unterdessen erstmals das Aschenkreuz "to go" verteilt. An Ständen können es jeweils alle erhalten, die an diesem Tag keinen Gottesdienst besuchen können. Auf die Frage, ob das traditionelle Zeichen dadurch nicht banal werde, antwortete der Freiburger Pater Thomas Borgl: "Nein, ganz im Gegenteil. Durch die Konzentration auf das Eigentliche gewinnt das Ritual sogar an Gewicht."

    Das Aschenkreuz ist für katholische Christen ein Symbol der Vergänglichkeit des Lebens. Der Priester zeichnet den Gläubigen mit der Asche aus verbrannten geweihten Palmzweigen ein Kreuz auf die Stirn. Dabei spricht er die Worte: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst."

    Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, dauert 40 Tage und endet am Ostersonntag, dem Feiertag der Auferstehung Jesu. Sie erinnert an die 40 Tage, die Jesus der biblischen Überlieferung nach in der Wüste verbracht hat.

    KNA / jbj

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