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    Gute Politik im Dienste des Friedens

    In Rom wurde heute die Botschaft zum 52. Weltfriedenstag vorgestellt, der am 1. Januar 2019 begangen wird. Der Papst wendet sich darin an die Politik und nennt sowohl deren Tugenden als auch deren Laster.

    Papst Franziskus: Gute Politik für den Frieden. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa. Foto: Gregorio Borgia (AP)

    Gleich zu Beginn der Botschaft zum 52. Weltfriedenstag stellt Papst Franziskus die Ambivalenz der Politik heraus. Sie sei „ein grundlegendes Mittel, um ein Gemeinwesen aufzubauen und das Tun des Menschen zu fördern“, zugleich jedoch könne sie „zu einem Instrument der Unterdrückung und Ausgrenzung, ja sogar der Zerstörung werden“.

    Selig der Politiker, der Einheit schafft

    Der Papst erinnert an die „Seligpreisungen des Politikers“, die der 2002 verstorbene vietnamesische Kardinal François-Xavier Nguyen Vãn Thuan, „ein treuer Zeuge des Evangeliums“, formulierte: „Selig der Politiker, der ein seiner Rolle entsprechendes Bewusstsein und Gewissen hat. Selig der Politiker, der als Person glaubwürdig ist. Selig der Politiker, der für das Gemeinwohl arbeitet und nicht für seine eigenen Interessen. Selig der Politiker, der kohärent bleibt. Selig der Politiker, der Einheit schafft. Selig der Politiker, der sich für die Verwirklichung radikalen Wandels einsetzt. Selig der Politiker, der zuhören kann. Selig der Politiker, der keine Angst hat“.

    Die Laster der Politik

    Neben den Tugenden gebe es „leider auch in der Politik Laster“, so der Heilige Vater, „die sowohl auf mangelnde persönliche Eignung wie auch auf Missstände im Umfeld und in den Institutionen zurückzuführen sind“. Es sei allen klar, „dass die Laster der Politik die Glaubwürdigkeit der Systeme, in denen sie stattfindet, sowie die Autorität, die Entscheidungen und das Handeln der Menschen, die sich dort einsetzen, untergraben“. Diese Laster schwächten „das Ideal einer echten Demokratie, sie sind die Schande des öffentlichen Lebens und gefährden den sozialen Frieden“.

    Hang zu Machterhalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

    Im einzelnen nennt Papst Franziskus: „Korruption – in ihren vielen Formen der Veruntreuung von öffentlichem Eigentum oder der Instrumentalisierung von Menschen –, Rechtsverweigerung, Missachtung von Gemeinschaftsregeln, illegale Bereicherung, Rechtfertigung der Macht durch Gewalt oder unter dem willkürlichen Vorwand der 'Staatsräson', der Hang zum Machterhalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, die Weigerung, achtsam mit der Erde umzugehen, eine unbegrenzte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen für den unmittelbaren Profit und die Verachtung für die, die zu einem Leben in der Fremde gezwungen sind“.

    DT (jobo)

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