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    Skopje

    Franziskus besucht Mutter Teresas Geburtsstadt

    Papst Franziskus besucht Mazedonien. Das Land ist in Vorfreude auf die Visite aus Rom, sowohl die etwa 20.000 Katholiken als auch die orthodoxe Mehrheitskirche des Landes.

    Im Mai besucht der Heilige Vater Mazedonien - das Land ist in Vorfreude. Foto: Evandro Inetti (ZUMA Wire)

    Wenn Papst Franziskus am 7. Mai das nur zwei Millionen Einwohner zählende Mazedonien besucht, wird er Ohrid, die geschichtliche und kulturelle Schatzkammer der Region, links liegen lassen und lediglich der Hauptstadt Skopje einen zehnstündigen Besuch abstatten. Skopje ist die Geburtsstadt der von Franziskus heiliggesprochenen Mutter Teresa.

    Erzbischof Stefan: Gute Beziehungen zu Rom

    Das Oberhaupt der mazedonischen Orthodoxie, Erzbischof Stefan, unterstreicht im Gespräch mit der „Tagespost“ die guten Beziehungen zu Rom. Jedes Jahr pilgert eine mazedonische Delegation nach Rom, wo in der Basilika San Clemente die Reliquien des Slawenmissionars Cyrill ruhen. „Die mazedonisch-orthodoxe Kirche wird seit 50 Jahren in Rom freundlich empfangen, also schulden wir es dem Heiligen Vater, ihn dankbar und freundlich bei uns zu empfangen.“ Anders als in Bulgarien, wo die orthodoxen Bischöfe dem Papst nur das Mindestmaß an Höflichkeit entgegenbringen wollen, begrüßt Mazedoniens Orthodoxie den Nachfolger Petri euphorisch: „Er ist ein Mensch des Friedens.“

    Auch im Land keine konfessionellen Spannungen

    Ebenfalls anders als in Bulgarien sind die Beziehungen zwischen der orthodoxen Mehrheitskirche und der katholischen Minderheit gut. Angesprochen auf die anti-ökumenische Gesinnung orthodoxer Mönche und Bischöfe in den Nachbarstaaten, meint Erzbischof Stefan, das habe mehr politische als kirchliche Gründe. Da seien Kirchenführer am Werk, „die mehr an das Irdische als an das Himmlische denken“.

    Papst Franziskus in der Hauptstadt Skopje

    Papst Franziskus wird die Vertreter der verfassungsmäßig anerkannten Religionen im „Mutter Teresa Gedenkhaus“ im Zentrum von Skopje treffen. Die kleine, von Belgrad abhängende serbisch-orthodoxe Kirche des Landes zählt nicht dazu. Der Direktor des Hauses, Arijan Aslanaj, zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung überzeugt, dass der Papst nicht nach Skopje kommen würde, wäre hier nicht im Jahr 1910 Mutter Teresa geboren: „Der Papst kommt nach Skopje, um die Geburtsstadt von Mutter Teresa zu besuchen.“

    Warum Erzbischof Stefan meint, die bisher ausstehende Anerkennung der mazedonisch-orthodoxen Kirche sei keine kirchliche, sondern eine politische Frage, und welche bedeutende Rolle das Charisma von Mutter Teresa heute spielt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 2. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT/sb (jobo)

     

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