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    Bukarest

    Ermutigung für Rumäniens Katholiken

    Papst Franziskus bereist ein Land, in dem sich die katholische Kirche bis heute nicht von der kommunistischen Unterdrückung erholt hat.

    Vor 20 Jahren stattete Papst Johannes Paul II. dem vom Kommunismus schwer verwundeten Rumänien und seiner leidgeprüften ... Foto: Janek_Skarzynski (EPA)

    Vor 20 Jahren stattete Papst Johannes Paul II. dem vom Kommunismus schwer verwundeten Rumänien und seiner leidgeprüften Kirche einen Besuch ab. Ab Freitag wird Papst Franziskus den Leidensweg der Katholiken Rumäniens ans Licht heben, etwa wenn er auf dem Freiheitsfeld bei Blaj sieben unierte Märtyrer-Bischöfe zu Seligen erklärt.

    Viele Katholiken haben für ihre Treue zu Rom mit dem Leben bezahlt

    „Die kommunistische Tyrannei hat vielen Bischöfen, Priestern und Laienchristen Verfolgung und Gefängnis gebracht – und manchen auch das Martyrium“, sagt Zoltán Oláh, der Pressebeauftragte für den Papstbesuch in der Erzdiözese Alba Iulia (Weißenburg), gegenüber der „Tagespost“. Viele Katholiken hätten für ihre Treue zu Rom mit dem Leben bezahlt. „Das kommunistische Regime hat alles versucht, die Ortskirchen vom Leib der universalen Kirche zu trennen, um eine Art national-katholische Kirche zu gründen – die es dann zu seinen Zwecken benutzen kann.“

    Bis heute habe sich die katholische Kirche von der Zeit der Unterdrückung nicht vollständig erholt, meint Oláh. Auch drei Jahrzehnte nach dem Fall der Diktatur sind zahlreiche kirchliche Güter nicht restituiert worden. „In dieser Hinsicht ist noch viel zu tun. Als konfessionelle Minderheit fehlt der katholischen Ortskirche manchmal auch der Mut, ihre Stimme in gesellschaftlichen Fragen stärker hören zu lassen.“

    Am brutalsten wurde von den Kommunisten die griechisch-katholische Kirche des Landes verfolgt

    Am brutalsten wurde von den Kommunisten die griechisch-katholische Kirche des Landes verfolgt: Wie zuvor in der Ukraine wurde sie 1948 zwangsweise aufgelöst, ihre Bischöfe und zahlreiche Priester wurden eingesperrt, viele zu Tode gefoltert. „Nach der Wende wurde nur ein kleiner Teil ihrer verstaatlichten Güter der Kirche wieder zurückerstattet“, berichtet Oláh. Immerhin werde die katholische Kirche in den intellektuellen Kreisen des Landes sehr geschätzt. „Das könnte ein guter, neuer Ansatzpunkt für die Zukunft der Kirche beider Riten sein.“

    Mehr als 85 Prozent der Einwohner Rumäniens bekennen sich zur orthodoxen Kirche, weniger als sechs Prozent zur katholischen Kirche des lateinischen oder des byzantinischen Ritus.

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    DT/sb

     

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