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    DBK-Studie zum Missbrauch: Erste Zahlen sickern durch

    Über vier Jahre lang haben die deutschen Bischöfe sexuelle Gewalt in der Kirche erforschen lassen. Nun tauchen in Online-Medien erste Ergebnisse auf.

    Über vier Jahre lang haben die deutschen Bischöfe sexuelle Gewalt in der Kirche erforschen lassen. Nun tauchen in Online... Foto: Uwe Zucchi (dpa)

    Die katholischen Bischöfe wollen ihre Studie offiziell am 25. September während ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda vorstellen. Die Studie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) war vor fünf Jahren initiiert worden. 27 Bistümer hatten sich vertraglich verpflichtet, am Projekt teilzunehmen.

    Studie: Jeder 23. Kleriker Missbrauchstäter

    Bereits heute sickern Daten durch: Deutsche Medien (Tagesschau.de, Spiegel Online, Zeit Online u.a.) melden, dass die Studie der DBK für den Zeitraum von 1946 bis 2014 insgesamt 3677 überwiegend männliche Minderjährige als Opfer von sexueller Gewalt durch 1670 Priester, Diakone und Ordensangehörige ausweist. Jeder 23. Kleriker soll der Studie zufolge im genannten Zeitraum Minderjährige sexuell missbraucht haben.

    Hinweise auf systematische Vertuschung

    Beschuldigte Kleriker seien, so „Tagesschau.de“ unter Berufung auf die Studie, häufig an einen anderen Ort versetzt worden, ohne dass die neue Gemeinde über den Missbrauch informiert worden sei. Nur ein Drittel der Täter hätte sich einem kirchenrechtlichen Verfahren stellen müssen. Die Sanktionen seien minimal ausgefallen, teils unterblieben.

    Genaue Auswertung der Studie steht noch aus

    Auf mehr als 350 Seiten wird der sexuelle Missbrauch im Verantwortungsbereich der DBK dokumentiert. Die Forscher seien, so „Zeit Online“, nüchtern, präzise und detailgenau vorgegangen bei ihrer Analyse der insgesamt 38.156 ausgewerteten Personal- und Handakten aus den deutschen Diözesen. Eine genaue Analyse der Daten steht freilich noch aus.

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    Zeit Online / Tagesschau.de / Spiegel Online / DT (jbj)

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