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    Melbourne

    Junge Federn: Am anderen Ende der Welt

    Auf einer Wallfahrt für Jugendliche in Australien spürte unsere Autorin zum ersten Malam eigenen Leib, was es heißt, durch ein Gebet miteinander verbunden zu sein.

    Jugend-Wallfahrt in Australien
    Die Natur, das Wehen des Windes und die Sonne, die sich anfühlte wie Gott am Himmel, erweckten Glücksgefühle in mir: Ann... Foto: Nicolas Armer (dpa)

    Im Februar 2019 ging die Reise für mich los. Ich entschloss mich, als Au-Pair in Australien zu arbeiten und zu leben. Meine Affinität zum Reisen war mir schon in jungen Jahren bewusst geworden, und ich war mehr als aufgeregt, ein neues Abenteuer anzutreten. Natürlich war mir auch klar, dass diese Zeit eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht werden würde. Meine Vorfreude war kaum noch bändigen. Hier möchte ich über eine ganz besondere Erfahrung erzählen, die ich so zuvor nie erlebt habe. Als Christin hat es für mich Priorität, sonntags die heilige Messe zu besuchen und meinen Glauben zu leben. Auch am anderen Ende der Welt.

    Warhmherzig und offen in der Kirche empfangen

    Als ich das erste Mal die katholische Kirche in Australien betrat, wurde ich direkt warmherzig von den Brüdern und Schwestern der Gemeinde aufgenommen. Man fragte mich völlig begeistert, wer ich denn sei, woher ich komme und was ich in Australien mache. Solch' eine Warmherzigkeit und Offenheit hatte ich so selten erlebt. Nach einigen Gesprächen bot man mir an, an einer Wallfahrt für Jugendliche teilzunehmen, die auf einem Berg stattfinden sollte. Eine Wallfahrt? Und dann noch hier in Australien? Ich war begeistert! Natürlich nahm ich das Angebot direkt an.

    Drei Tage später ging es dann los. Gemeinsam mit zwei anderen Jugendlichen fuhren wir los. Als wir ankamen war ich beeindruckt. Die Natur, das Wehen des Windes und die Sonne, die sich anfühlte wie Gott am Himmel, erweckten Glücksgefühle in mir. Es kamen viele Jugendliche zusammen und gemeinsam beteten wir und sangen schöne Lieder. Die Atmosphäre war so harmonisch und ich fühlte mich dem Herrn so nahe. Und obwohl ich so viele Kilometer von meinen Liebsten getrennt war, fühlte ich mich ihnen in diesem Augenblick so nahe. Zum ersten Mal in diesem Leben konnte ich am eigenen Leib spüren, was es heißt durch ein Gebet miteinander verbunden zu sein. Ich bekam direkt Gänsehaut und bin sicher: Wer auf Gott baut, der ist nie alleine. Habe niemals Angst, etwas Neues zu wagen, denn Gott ist immer an deiner Seite und lässt dich niemals im Stich.

    Die Autorin, 21, ist Lehramtsstudentin im Bistum Fulda

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