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    München

    Junge Federn: Online-Katechese gegen Corona

    Muss man trotz Corona alles ruhen lassen? In München organisiert unsere Autorin einmal im Monat Katechesen für Mitglieder und Freunde der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE).

    Online-Gottesdienst in Corona-Zeiten
    Kürzlich fand die erste Online-Katechese der KEP statt. Dazu hatten sich ungewöhnlich viele Teilnehmer angemeldet. Foto: Ronny Hartmann (ZB)

    Die Corona-Krise hat die Kontrolle über uns gewonnen: E-Learning statt Schule und Uni, Home-Office statt Arbeiten gehen, Ausgangsbeschränkungen, keine Treffen mit Freunden, keine Filmabende, keine Restaurantbesuche, keine Geburtstagsfeiern, keine Reisen, keine Messen, keine Gebetskreise… Ergo: Soziales Leben, ade!

    Corona trotzen - egal wie

    Aber gibt es wirklich kein Entkommen? Müssen wir alles ruhen lassen? In München organisieren wir etwa einmal im Monat Katechesen für Mitglieder und Freunde der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE). Zunächst schien es, als könnten wir die Katechesen über Wochen nicht veranstalten. Deshalb fürchtete ich um Routine, Struktur und Freundschaften. Und das wollte ich nicht hinnehmen. Lieber wollte ich Corona trotzen – egal wie. Bald hatte ich die Idee, die Katechesen online stattfinden zu lassen.

    Und so kam es dann auch: Kürzlich fand unsere erste Online-Katechese statt. Zu unserer Freude hatten sich dazu ungewöhnlich viele Teilnehmer angemeldet. Besonders erleichtert war ich daher, dass uns die Technik nicht im Stich ließ und wir uns sowohl gut verstehen als auch sehen konnten (wir verwendeten Jitsi). Anfangs war es für alle etwas ungewohnt, da wir einige Umstellungen in Kauf nehmen mussten. So war es wichtig, dass nur der Referent beziehungsweise der Sprecher sein Mikrofon einschaltete, während wir anderen unsere Mikrofone ausschalteten, um uns nicht gegenseitig mit Hintergrundgeräuschen zu stören. Die Verständigung erfolgte vor allem schriftlich über den Chat. Außerdem stellten wir Fragen vorrangig am Ende. Wer eine Frage hatte, konnte sie über den Chat stellen oder sich dort melden und wurde dann aufgerufen.

    Soziales Leben am Laufen halten

    Letztendlich funktionierte alles erstaunlich gut. Besonders schön fand ich die Diskussion am Ende, bei der wir fast so etwas wie Normalität zurückerlangten. Auch von einigen Teilnehmern bekamen wir sehr positive Rückmeldungen – einige wünschten sich sogar, dass wir die Katechesen nun wöchentlich – und nicht nur monatlich wie im Normalfall – stattfinden lassen.

    Nach unserer Online-Katechese würde ich am liebsten jedem ähnliche Möglichkeiten zukommen lassen. Sicher gibt es auch weitere kreative Ideen, wie wir unser soziales Leben am Laufen halten können. In diesem Sinne: Wagt es und trotzt Corona!

    Die Autorin, 21, studiert Rechtswissenschaften in München

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