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    Vatikanstadt

    Zukünftiger Kurs der Kirche: Deutschland ist ein Sorgenkind

    Glaubt man dem geistlichen Berater des Synodalen Wegs, dann befürchtet auch Papst Franziskus eine von Deutschland ausgehende Kirchenspaltung. Die Angst vor solch einem Szenario belastet die Kirche - vor allem auch diejenigen, die sich auf einen geistlichen Beruf vorbereiten. Ein Kommentar.

    Synodaler Weg
    Befürchtungen, ein latent drohendes Schisma könne von Deutschland aus Kreise in die Weltkirche ziehen, sind eine erhebli... Foto: Besim Mazhiqi

    Die deutschen Bischöfe befassen sich während ihrer digitalen Frühjahrsvollversammlung in der kommenden Woche mit den Krisensymptomen der Kirche: Kirchenaustritte, Synodaler Weg, Ökumene und "Mitgliederorientierung", was auch die Zukunft der Priestertums einschließt. Ein Hinweis des Jesuiten Bernd Hagenkord im Kölner "domradio" dürfte bei den Beratungen kaum auszublenden sein. Glaubt man dem geistlichen Berater des Synodalen Wegs, dann befürchtet Papst Franziskus nicht weniger als eine von Deutschland ausgehende Kirchenspaltung.

    Der Synodale Weg galt im Vatikan nie als Selbstläufer

    Einige Parteien machten einige Themen "zu stark" - dazu zählt der Jesuit die Weihe der Frau und der Umgang der Kirche mit Homosexualität. Dass der Synodale Weg im Vatikan je als Selbstläufer galt, dürfte auszuschließen sein, auch wenn Pater Hagenkord selbst noch vor wenigen Monaten Zweifel anmeldete, als Fuldas emeritierter Bischof Heinz Josef Algermissen der deutschen Öffentlichkeit nach einer Begegnung mit Papst Franziskus reinen Wein über dessen Sorgen eingeschenkt hatte. 

    Befürchtungen, ein latent drohendes Schisma könne von Deutschland aus Kreise in die Weltkirche ziehen, sind eine erhebliche Belastung für alle, die sich derzeit auf das Priestertum oder einen anderen geistlichen Beruf vorbereiten. Über den von der zuständigen bischöflichen Kommission vorgelegten Plan, die Ausbildung an drei Standorten   Münster, Mainz und München   zu konzentrieren, wird kommende Woche noch kein Beschluss gefasst. Das ist gut so, denn keiner der drei Standorte eignet sich ohne Einschränkungen für Kandidaten, die ihre Berufung nicht auf dem Feld der Experimentierfreude des Synodalen Wegs erkannt haben.

    Unter dem Druck der Missbrauchskrise und der einseitig geführten Reformdebatte ist die Redlichkeit der Hirten und die theologische Kompetenz dringender erforderlich denn je   und keiner der drei Standorte überzeugt in dieser Hinsicht ohne Einschränkung. Sollte die Frühjahrsvollversammlung mit der professionellen Schönfärberei der Synodaldebatte brechen, wäre das ein echter Fortschritt.

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