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    Bonn

    Kommentar um "5 vor 12": De mortuis nihil nisi bene

    Das priesterliche und musikalische Lebenswerk des ehemaligen Regensburger Domkapellmeisters war, ist und bleibt einzigartig.

    Der Apostolische Protonotar Georg Ratzinger verstarb am 1. Juli 2020.
    Der Apostolische Protonotar Georg Ratzinger verstarb am 1. Juli 2020. Foto: Martin Lohmann

    De mortuis nihil nisi bene – über Verstorbene besser nichts, wenn es nicht in guter Weise ist. Manche scheinen diese ebenso faire wie angemessene Weisheit im Blick auf Georg Ratzinger nicht nur nicht verstanden zu haben, sondern sogar bewusst missbrauchen zu wollen. Wie mit einem Elektronenmikroskop suchen einige selbsternannte und selbstgerechte „Fehlerfreie“ geradezu unfehlbar, ob sich nicht etwas finde, um ein meisterhaft geprägtes und mit demütiger Güte gelebtes schaffensreiches Leben zu übertünchen und in einen Schatten zu schieben – den es freilich so gar nicht gibt.

    Einzigartiges Lebenswerk

    Das priesterliche und musikalische Lebenswerk des ehemaligen Regensburger Domkapellmeisters war, ist und bleibt einzigartig. Und daher lässt sich über diesen Verstorbenen unentwegt viel sagen, weil es sehr viel Gutes gibt. Seelsorglich. Künstlerisch. Musikalisch. Menschlich. Der ältere Bruder des großen jüngeren weisen Geistes- und Glaubensstarken war selbst ein ganz Großer. Weise. Klug. Nachdenklich. Humorvoll. Achtsam. Bescheiden. Selbstkritisch. Realistisch. Segensreich.

    Lebenslänglich treu geblieben

    Seiner priesterlichen Berufung war er früh sicher – und blieb ihr konsequent treu. Lebenslänglich. Aus dem Schutzmantel der Gottesmutter ließ er sich nie rauslocken. Es ist gut, dass auch sehr viele Weggefährten diesem Meister des in Ton und Klang gesetzten Gebetes dankbar sind für sein beeindruckendes Vorbild. Seine strenge Disziplin komplettierte er mit der mütterlicherseits geerbten Milde und Herzenswärme. 

    Wer ihm begegnete, konnte die aus sicherem Glaubenswissen gewachsene Geborgenheit in der Barmherzigkeit des himmlischen Vaters ebenso mental greifen wie die gesicherte Freundschaft mit dem in der Eucharistie real gegenwärtigen Gottessohn. Georg Ratzinger hinterlässt nicht nur sehr viele Gründe, über diesen Heimgegangenen sehr viel fair und gut zu sagen. Er lädt auch post mortem dazu ein, mit Herz und Seele klingend zu beten – und auf die Gottesmutter tätig zu hören: Was Er euch sagt, das tut (Jo 2,5).

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