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    Düsseldorf

    kfd empört über „vernichtende Ansage“ des Papstes

    Katholische Frauengemeinschaft bezeichnet Nachsynodales Schreiben von Franziskus als „herben Schlag“: Amtskirche degradiere Frauen weiter zu Dienstleisterinnen. „Wir sind Kirche“ sucht nach Schuldigen für die Entscheidung des Papstes.

    Proteste der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)
    Am Rande ersten Synodalversammlung des Synodalen Weges protestierten Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Deut... Foto: Synodaler Weg

    Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat das Nachsynodalen Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonas-Synode scharf kritisiert. Auch die sogenannte Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ zeigt sich enttäuscht, dass der Papst „viri probati“ und Frauenweihe nicht zugelassen hat, und sucht nach Schuldigen. 

    „Das vorliegende Papier ist ein herber Schlag für alle Frauen, die auf ein starkes Signal zur Gleichberechtigung in der katholischen Kirche gehofft haben. Es ist uns absolut unerklärlich, wie nach den zentralen Erkenntnissen aus der Amazonassynode eine so vernichtende Ansage kommen kann“, schreibt die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, Professorin Agnes Wuckelt, in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. 

    kfd: Frauenfrage ist Machtfrage

    „Einerseits wertschätzt das Papier die Leistung von Frauen, die ,jahrhundertelang ... die Kirche ... mit bewundernswerter Hingabe und leidenschaftlichem Glauben aufrecht [hielten].’ Gleichzeitig wird ihnen indirekt Machtgier vorgeworfen, weil die Frauen einfordern, dass ihre gepriesenen Charismen und ihr Einsatz für eine lebendige Kirche mit einer Weihe anerkannt werden“, schreibt Wuckelt weiter. Mit diesem Vorwurf offenbare das Papier, dass die Frauenfrage eine Machtfrage darstelle.

    Es sei unerträglich, dass die Amtskirche weiterhin Frauen gleiche Rechte abspreche und sie „aus biologistischer Argumentation heraus zu Dienstleisterinnen“ degradiere, so die kfd-Vize.

    Fehlt Franziskus der Mut oder sind konservative Kardinäle und der Altpapst schuld?

    Auch „Wir sind Kirche“ übt Kritik am Schreiben des Papstes. Vor dem Hintergrund des in Deutschland gerade begonnenen und mit berechtigten Erwartungen auch auf strukturelle kirchliche Reformen verbundenen Synodalen Weges sei es sehr enttäuschend, dass Franziskus in diesem nachsynodalen Schreiben keinerlei Öffnung für verheiratete Priester und keine Weihe von Frauen in Aussicht stellt, heißt es in einer Pressemitteilung von „Wir sind Kirche“ vom Mittwoch. 

    In dieser Mitteilung spekuliert „Wir sind Kirche“ über die Hintergründe für die päpstliche Entscheidung, keine „viri probati“ und keine Weihe von Frauen zuzulassen. Wörtlich heißt es: „Fehlt ihm (Papst Franziskus, A.d.R.) der Mut oder sind es die sich jeder Reform verweigernden Kardinäle wie z.B. Burke, Sarah, Müller und Brandmüller und auch der Altpapst Benedikt, die Franziskus daran hindern, mutige Schritte für die Zukunft der Kirche zuzulassen? Erweist sich die römisch-katholische Kirche damit als völlig reformunfähig?“

    DT

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