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    WIEN

    Es herrscht wieder Maskenpflicht 

    Österreichs Bischofskonferenz entbindet nicht mehr von der Sonntagspflicht, verschärft aber die Schutzmaßnahmen – Serbische Orthodoxe in Wien mit etlichen Corona-Fällen.

    Öffentlicher Gottesdienst in Zeiten von Corona
    Ein Schild weist auf die Maskenpflicht hin, bei einem der öffentlichen Gottesdienste mit begrenzter Teilnehmerzahl nach ... Foto: Julia Steinbrecht (KNA)

    Angesichts steigender positiv getesteter Corona-Fälle hat Österreich in der Vorwoche die Schutzmaßnahmen neuerlich verschärft. Auch die katholische Kirche zieht mit, obwohl während der gesamten Krise kein katholisches Gotteshaus in Österreich je zu einem Corona-Hotspot geworden war. Seit Freitag der Vorwoche gelten wieder verschärfte Bestimmungen. Abgesehen von Vorarlberg (Diözese Feldkirch), wo die Infektionszahlen sehr niedrig sind, gilt in allen Diözesen nun eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Betreten und Verlassen einer Kirche sowie immer dann, wenn man sich beim Gottesdienst frei bewegt. 

    Mindestabstand

    Ausdrücklich wird von allen Diözesen das Einhalten des Mindestabstands von einem Meter zu allen Personen eingemahnt, mit denen man nicht im gemeinsamen Haushalt lebt. Einige Diözesenempfehlen dafür das Markieren von Plätzen in der Kirche. Bei der Kommunionspendung entfällt der liturgische Dialog „Der Leib Christi – Amen“. Pflicht ist weiterhin das unverzügliche Desinfizieren oder Waschen, wenn es bei der Kommunionspendung zu einer Berührung kommen sollte. In allen österreichischen Diözesen gilt weiter die Rahmenordnung der Bischofskonferenz in der Fassung vom 20. Juni. Eine Entbindung von der Sonntagspflicht, wie noch in der Fassung vom 15. Mai, ist hier nicht mehr vorgesehen. Die Rahmenordnung enthält Hygienebestimmungen für Personen, die mit liturgischen Diensten beauftragt sind. Das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln und ein Willkommensdienst wird für alle Pfarreien empfohlen. Flächen und Gegenstände, die oft berührt werden, sollen häufig gereinigt und desinfiziert werden. Weiterhin empfohlen wird die Handkommunion, die Mundkommunion ist jedoch ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Nach wie vor soll man sich zum Friedensgruß nicht die Hand reichen. 

    Keine einheitlichen Maßnahmen 

    Während sich die Bischofskonferenz zu Beginn der Pandemie um eine einheitliche Reaktion und gemeinsame Maßnahmen bemühte, ist nun vorgesehen, dass jede Diözese Verschärfungen für den diözesanen oder regionalen Bereich erlassen kann. Dadurch sollen Diözesen rasch auf problematische Entwicklungen reagieren können. Das ist Anfang Juli in der Diözese Linz geschehen, wo strengere Maßnahmen erlassen wurden. 

    Im Gegensatz zur katholischen Kirche wurden Gottesdienste von Freikirchen und auch der serbisch-orthodoxen Kirche in Wien jüngst zu Corona-Clustern. So wurden bisher mindestens vier Priester der serbischen Orthodoxie und deren Familienangehörige positiv getestet. Alle drei Wiener Gotteshäuser der serbisch-orthodoxen Kirche wurden bis auf Weiteres geschlossen. Die griechisch-orthodoxie Metropolie in Österreich hat das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während des gesamten Gottesdienstes und einen Mindestabstand von einem Meter für Personen, die nicht im selben Haushalt leben, angeordnet. 

    Die „Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IGGÖ) verschärfte am Freitag ihre Schutzmaßnahmen für Moscheen. In Regionen mit steigenden Infektionszahlen ist der Mund-Nasen-Schutz nun wieder verpflichtend. Überall wird er empfohlen. 

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