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    Würzburg

    Kommentar um "5 vor 12": Marianische Wende

    Das nachsynodale Schreiben des Papstes muss Konsequenzen für den Synodalen Weg haben. Franziskus hat zu "Viri Probati“ und Frauenweihe klar Position bezogen. Jetzt ist der Moment, innezuhalten und umzukehren. Ein Gastbeitrag.

    Pressekonferenz zur Eröffnung der ersten Synodalversammlung
    Das nachsynodale Schreiben des Papstes zur Amazonas-Synode muss Folgen für den Synodalen Weg haben, fordert Gastautorin ... Foto: Synodaler Weg/Nadine Malzkorn

    Was für ein Satz: „Die Frauen leisten ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben“, schreibt Papst Franziskus im postsynodalen Schreiben „Querida Amazonia“, in dem er klarstellt: Es wird weder „Viri Probati“ noch die Frauenweihe geben. Eine klare Ansage. Und ein eindeutiges Stopp-Signal – an den Synodalen Weg. 

    Kardinal Marx und ZdK-Präsident Sternberg müssten spätestens jetzt einlenken. Sie tun es aber nicht. Sternberg sieht sich in den Aussagen des Papstes bestätigt – oder deutet er sie nach eigenem Gefallen? - und will den eingeschlagen Kurs des Synodalen Wegen weiterverfolgen. Marx antwortet auf die Frage, ob es nicht - da der Papst Frauen und Maria so hervorhebt - Zeit für eine marianische Wende sei: „Eine marianische Wende und die Frage nach der Berufung moderner Frauen wird eine Diskussion sein, bis der Herr wiederkommt.“ 

    Erneut deutliche Worte des Papstes: Jetzt wäre der Moment nachzudenken

    Das ist Kabarett pur. Jetzt wäre doch der Moment, mal nachzudenken, warum der Papst - schon wieder - so deutliche Worte an die katholische Kirche in Deutschland richtet. Jetzt ist der Moment, um über die vom Papst angesprochene Bedeutung der Muttergottes nachzudenken, ja, sie mit ins Boot zu holen oder ihr gar die Kirche anzuvertrauen. Wer, wenn nicht sie, kann die Kirche wieder zum Herzen Jesu führen! 

    Wir sehen dies am Beispiel Amazoniens. Der Papst betont, wie wichtig die Frau und die Muttergottes im Besonderen für die Evangelisierung sind. Darum fordert er, dass Frauen mehr Zugang zu kirchlichen Diensten erhalten, mehr mitentscheiden dürfen; nur eben außerhalb des Weiheamtes. Denn sie haben ein Potenzial, das gesehen und beachtet werden will – vor allem, wenn sie Jesus im Herzen tragen. Es braucht kein Amt, um die großartige Bedeutung der Frauen und vor allem Marias klarzustellen! Es braucht nur Erkennen und Leben dieser Wahrheit! 

    "Weg der Bekehrung" statt  Synodaler Holzweg 

    Frauen bloß in Bezug auf das Weiheamt zu denken, würde eine Reduktion derselben bedeuten und eine „Verarmung ihres unverzichtbaren Beitrags“, so der Papst. Sein Schreiben ist ein Weckruf an die katholische Kirche in Deutschland. An seinen Worten ist nichts zu deuten. Denn er schlägt den Zeitgeist in den Wind und vertritt nur die Lehre der Kirche, wie sie seit Anbeginn war. Es wird nochmal deutlich, dass das Christentum ein Offenbarungsglaube ist; Gott hat uns durch Christus Grundlagen unseres Lebens geoffenbart. Danach gilt es zu leben. Nicht nach quasi-parlamentarisch ausgehandelten Glaubens-Gesetzen. Die Frauen haben uns gezeigt, wie das geht – ganz ohne Amt. 

    Jetzt ist der Moment da, inne zu halten, zu fragen, ob der Synodale Weg nicht doch ein Holz- und deutscher Sonderweg ist und zu hören, was der Papst wirklich sagt! Wenn wir ihn ernstnehmen, müssen wir ganz neu anfangen, schon beim Namen: Aus „Synodaler Weg“ könnte „Weg der Bekehrung und Neuevangelisierung“ werden. Ab sofort liegt der Fokus auf persönlicher Bekehrung, Evangelisierung, und der Neuausrichtung auf Gott. Selbstverständlich mit Maria - und vielen Frauen!

    Die Autorin, Dorothea Schmidt, vertritt die Initiative "Maria 1.0" beim Synodalen Weg.

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