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    Melbourne

    Kardinal Pell in neues Gefängnis verlegt

    Nachdem eine Drohne über dem Gefängnis gesichtet wurde, in dem George Pell inhaftiert war, ist der wegen Missbrauchs verurteilte australische Kardinal in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt worden.

    Nach Drohnen-Vorfall: George Pell verlegt
    Für Fotos von Kardinal Pell im Gefängnis sind Medien bereit, hohe Summen zu zahlen. Foto: Stefan Postles (AAP)

    Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte australische Kardinal George Pell ist offenbar in ein anderes Gefängnis verlegt worden. Wie mehrere australische Medien am Wochenende berichteten, wurde eine Drohne über dem Gefängnis in Melbourne gesichtet, in dem Pell bisher untergebracht war. Daher habe man den Kardinal in ein Hochsicherheitsgefängnis im Bundesstaat Victoria gebracht.

    Unkraut jäten und Pflanzen wässern

    Eine Sprecherin des Justizministeriums bestätigte den Vorfall. Angeblich soll die Drohne in der Nähe des Besuchergartens geflogen sein. Dort war der 78-Jährige damit betraut, gelegentlich Unkraut zu jäten und die Pflanzen zu wässern. Die Drohne wurde möglicherweise dazu eingesetzt, Fotos des Kardinals im Gefängnis zu machen. Medien sind bereit, dafür hohe Summen zu zahlen. Nach geltendem australischen Recht herrscht in einem Radius von 120 Metern um Gefängnisse eine Flugverbotszone. Wer dagegen verstößt, muss mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen.

    In dem Gefängnis in Melbourne war Pell insgesamt ein knappes Jahr inhaftiert gewesen, nachdem ihn eine Geschworenen-Jury im Dezember 2018 für schuldig befunden hatte, 1996 als Erzbischof von Melbourne einen 13 Jahre alten Chorknaben missbraucht und einen anderen belästigt zu haben. Das Hochsicherheitsgefängnis, in das Pell nun verlegt wurde, befindet sich 70 Kilometer von Melbourne entfernt.

    Berufungsanhörung wohl im Frühjahr

    Im November vergangenen Jahres hatte Australiens oberster Gerichtshof einen Berufungsantrag Pells angenommen. Dem ehemaligen vatikanischen Finanzdirektor bleibt somit eine letzte juristische Chance, gegen den Schuldspruch des Geschworenengerichts vorzugehen. Es wird erwartet, dass die Anhörung in diesem Frühjahr stattfindet.

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