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    Bogota / Rom

    Kardinäle Pimiento und Etchegaray gestorben

    Die beiden ältesten Kardinäle der Weltkirche sind tot.

    Die beiden ältesten Kardinäle der Weltkirche sind tot: Am vergangenen Mittwoch erlag der Kolumbianer Jose de Jesus Pimiento Rodriguez im Alter von 100 Jahren den Folgen eines Herzinfarkts. Am Donnerstag starb der 96-jährige Franzose Roger Etchegaray.

    Pimiento leitete das Erzbistum Manizales in Kolumbien von 1975 bis 1996 und damit in schwieriger Zeit. Seit 1983 tobte in dem südamerikanischen Land der jahrzehntelange Bürgerkrieg mit neuer Härte: als Drogenkrieg und mit der Gründung paramilitärischer Einheiten zur Beseitigung oppositioneller Gruppen. Diese Phase ist auch als „Schmutziger Krieg“ bekannt. In Anerkennung seiner Leistungen für Kirche und Gesellschaft ernannte Papst Franziskus den Kolumbianer Anfang 2015 zum Kardinal.

    Pimiento wurde am 18. Februar 1919 in Zapatoca geboren. Schon als 36-Jähriger wurde er von Papst Pius XII. (1939–1958) zum Weihbischof in Pasto ernannt. Im August dieses Jahres feierte er den 64. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Ab 1960 war er Bischof von Monteria und ab 1964 Bischof von Garzon-Neiva. 1975 ernannte ihn Papst Paul VI. (1963–1978) zum Erzbischof im zentralkolumbianischen Manizales.

    Der aus Espelette im Baskenland stammende Etchegaray war von 1984 bis 1998 Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Zudem war er maßgeblich an der Organisation des Heiligen Jahres 2000 beteiligt. Von den Päpsten wurde er wiederholt mit heiklen Missionen in Krisengebiete betraut und galt viele Jahre lang selbst als möglicher Kandidat für das Papstamt. Johannes Paul II. (1978–2005) entsandte ihn etwa 2003 kurz vor Ausbruch des Irak-Kriegs nach Bagdad, um Saddam Hussein zu einem Einlenken zu bewegen. Zuletzt schickte ihn Benedikt XVI. (2005–2013) im August 2006 während des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz zur Vermittlung in den Libanon. 2014 erhielt er das Großkreuz der Französischen Ehrenlegion.

    Etchegaray wurde am 25. September 1922 als Sohn eines Landmaschinenmechanikers geboren. Vor seiner Berufung nach Rom leitete er ab 1970 für 14 Jahre das südfranzösische Erzbistum Marseille. Zweimal war er Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz; in den 70er Jahren war er erster Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). 1979 verlieh ihm Johannes Paul II. die Kardinalswürde.

    DT/KNA

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