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    Würzburg

    Gastkommentar : Gott ist kein Zwerg

    Ist Neuevangelisierung auch in der säkularen Gesellschaft möglich? Ja, wenn die Missionare unserer Epoche müssen die Sprache der Leute von heute lernen.

    Wie man die Jugend für den Glauben begeistert
    Missionare unserer Epoche müssen die Sprache der Leute von heute lernen. Der Ausweg aus der Glaubenskrise: Bete und inve... Foto: Andreas Arnold (dpa)

    Ist Neuevangelisierung auch in der säkularen Gesellschaft möglich? Das Evangelium ist alt und neu zugleich. Es ist ewiges Wort Gottes! Davon bin ich überzeugt, sonst wäre ja Gott ein Zwerg und nicht allmächtig. Wir haben es einfacher als die ersten irisch-schottischen Mönche, die durch Wälder mit Zecken und Flüsse ohne Brücken gehen mussten. Als der hl. Bonifatius in Franken und in der Rhön war, sah er nichts als Wald. Diese Missionare mussten Muskeln und Gesundheit haben. Heute brauchen wir keine Donar-Eiche per Axt fällen, sondern müssen flinke Finger beim Texten haben. Die Lebensart hat sich gewandelt und somit auch unsere Kultur, Sprache, Symbole. Ein Jugendseelsorger hat mal gefragt, ob Jugendarbeit heute überhaupt noch möglich ist, seit dem es das iPhone gäbe. Die jungen Leute haben ihn ungläubig belächelt. „Ja, klar!“, war die Antwort. Dann müssen wir eben mit dem iPhone missionieren!

    Letzlich suchen die Leute immer das Gleiche

    Missionare unserer Epoche müssen die Sprache der Leute von heute lernen. Vielleicht ist Musik so eine moderne Sprache geworden oder Kunst oder Party. Letztlich suchen die Leute immer das Gleiche: Liebe, Schönheit, Güte, Wahrheit.

    Was kann Deutschland hier von den USA lernen? Die US-Amerikaner sind Optimisten. Sie geben nicht so schnell auf und sie haben Mut zur Lücke. Alles ist wichtig, aber nicht alles ist gleich wichtig. Also, müssen wir uns minütlich für das Wichtigere entscheiden! In Deutschland fokussieren wir schnell auf das Negative. Wir wollen keine Fehler machen und machen dann die größten Fehler. Wir sind das Land der Reformation, des Kommunismus und zweier Weltkriege.

    Mache das, was du gut kannst

    Wie kommen wir da raus? Mache das, was du gut kannst! Die Amerikaner haben vor 20 Jahren mit der ewigen Anbetung angefangen. Jetzt haben sie Programme, um die Gemeinden neu zu beleben. Sie haben Mut und investieren Geld und Zeit in den Glauben. Das ist der Ausweg: Bete und investiere!

    Der Autor gehört der Gemeinschaft der Franziskaner der Erneuerung an

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