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    Würzburg

    Der "Synodale Weg" ist eröffnet: Wie geht es weiter?

    Mit dem Entzünden von „Synodalkerzen“ am ersten Adventssonntag hat sich die katholische Kirche in Deutschland offiziell auf den Synodalen Weg begeben. Wie geht es nun weiter und wie kann man sich in die Beratungen einbringen? Ein kleiner Überblick zur Weg-Planung.

    Vollversammlung des ZdK
    Um den Synodalen Weg vorzubereiten, wurden vier Vorbereitungsforen eingesetzt. Diese haben Arbeitspapiere verfasst, die... Foto: Harald Oppitz (KNA)

    Wie ist der Zeitplan?

    Grundsätzlich ist eine Dauer von zwei Jahren vorgesehen. Allerdings ist diese Frist nicht verbindlich. Auch für die einzelnen Phasen des Weges ist keine exakte Dauer vorgegeben. Die eigentliche inhaltliche Arbeit beginnt mit der ersten Synodalversammlung. Diese findet vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 statt. Die Versammlung wird live im Internet übertragen. Die zweite Synodalversammlung soll im Herbst 2020 tagen.

    Wie und wo wird beraten?

    Die Synodalversammlungen gelten als „Meilensteine“ des "Synodalen Weges". Die Synodalversammlung berät und entscheidet über die Ergebnisse der Synodalforen. Darüber hinaus gibt es begleitende Veranstaltungen auf diözesaner und bundesweiter Ebene. Die erste Synodalversammlung sollte im Frankfurter Bartholomäus-Dom stattfinden. Wegen Bauarbeiten reicht dort der Platz nicht aus. Laut ZdK soll die erste Plenarversammlung nun im Frankfurter Spenerhaus zusammenkommen.

    Wie setzt sich die Plenarversammlung zusammen?

    Die Synodalversammlung ist das oberste Organ der Beratungen. Sie besteht aus mehr als 200 Mitgliedern. Die Zusammensetzung des Gremiums ist durch die Satzung geregelt. Gesetzte Mitglieder sind alle Bischöfe und entsprechend viele Vertreter des ZdK. Zusätzlich sind kirchliche Berufsgruppen, Ordensgemeinschaften, Repräsentanten der diözesanen Verwaltung und die „junge Generation“ in dem Gremium vertreten. Bis Mitte Dezember soll die Teilnehmerliste vollständig sein.

    Welche Rolle spielen die Synodalforen?

    Um den "Synodalen Weg" vorzubereiten, wurden vier Vorbereitungsforen eingesetzt. Diese  haben Arbeitspapiere verfasst, die im Internet veröffentlicht sind. Die Arbeitspapiere gehen in die Beratungen der Synodalversammlung ein. Themen der vier Foren waren:  „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“, „Sexualmoral“, „Priesterliche Lebensform“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“. Die Synodalforen führen diese Themen weiter. Sie heißen künftig: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“, „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“, „Priesterliche Existenz heute“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“.

    Wer hat das letzte Wort?

    Das letzte Wort über eine Umsetzung von Beschlüssen haben die jeweiligen Diözesanbischöfe. Gleichwohl wird von Seiten des ZdK wie von Bischöfen gefordert, der "Synodale Weg" müsse zu „verbindlichen Ergebnissen“ führen. Was dies konkret bedeutet, ist offen. Tatsache ist, dass gerade besonders strittigen Themen, die Glaubensfragen und die Einheit mit der Weltkirche betreffen, nicht in Deutschland entschieden werden können.

    Wie kann man sich selbst einbringen?

    Mit Beginn des "Synodalen Weges" wurde eine eigene Internetseite freigeschaltet. Unter synodalerweg.de finden sich Informationen, Veranstaltungen, Materialien und Termine zu den Beratungen. Unter „Ihre Stimmen zum Synodalen Weg“ kann sich jeder mit Überlegungen und Beratungsvorschlägen einbringen.

    Mit Material von DBK/ZdK

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