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    Vatikanstadt

    Benedikt XVI. plädiert für priesterlichen Zölibat

    Gemeinsam mit dem Kurienkardinal Robert Sarah verfasst der emeritierte Papst Benedikt XVI. ein Buch zur Verteidigung der priesterlichen Ehelosigkeit. Diese sei Teil des Fundaments der katholischen Kirche, an dem man nicht rütteln dürfe.

    Benedikt XVI. verteidigt priesterlichen Zölibat
    Der Aufruf zur Nachfolge Jesu sei nicht möglich ohne jenes „Zeichen der Freiheit und des Verzichts“ auf alle Kompromisse... Foto: Daniel Karmann (dpa)

    Der emeritierte Papst Benedikt XVI. macht sich für die verpflichtende Ehelosigkeit von Priestern stark. Die Ehe betreffe den Menschen in seiner Gesamtheit, und da der Dienst für den Herrn gleichermaßen die totale Hingabe des Menschen erfordere, sei es nicht möglich, beide Berufungen gleichzeitig zu realisieren. So zitiert die französische Tageszeitung „Le Figaro“ aus einem Buch, das der emeritierte Papst gemeinsam mit Kurienkardinal Robert Sarah verfasst hat, und das am Mittwoch erscheinen wird. Nach Angaben des „Figaro“ liegen der Zeitung Auszüge aus dem Buch exklusiv vor.

    "Aus der täglichen Zelebration der Eucharistie, die
    einen permanenten Zustand des Dienstes an Gott impliziert,
    wird spontan die Unmöglichkeit einer ehelichen Bindung geboren“
    Benedikt XVI.

    „Aus der täglichen Zelebration der Eucharistie, die einen permanenten Zustand des Dienstes an Gott impliziert, wird spontan die Unmöglichkeit einer ehelichen Bindung geboren“, schreibt Benedikt. Die sexuelle Abstinenz, die funktional war, habe sich in eine ontologische Abstinenz verwandelt. Heutzutage behaupte man zu leicht, dass dies nur die Konsequenz einer Verachtung des Körperlichen und der Sexualität sei. Solch ein Urteil bezeichnet Benedikt jedoch als fehlerhaft.

    Darüber hinaus schreibt der emeritierte Papst, der Aufruf zur Nachfolge Jesu sei nicht möglich ohne jenes „Zeichen der Freiheit und des Verzichts“ auf alle Kompromisse. „Ich glaube, dass der Zölibat eine große Bedeutung in sich trägt als Verzicht auf einen möglichen irdischen Besitz und auf ein Leben im Kreis der Familie.“ Der Zölibat sei sogar unerlässlich, „damit unser Weg hin zu Gott das Fundament unseres Lebens“ bleiben kann.

    Benedikt fürchtet um die Zukunft der Kirche

    Wie der „Figaro“ weiter berichtet, fürchte Papst Benedikt um die Zukunft der katholischen Kirche, wenn man an der priesterlichen Ehelosigkeit als eine ihrer Säulen rüttele. Das Buch sei einerseits ein Plädoyer für den Zölibat, andererseits aber auch eine unterstütztende Botschaft an alle Priester, die Benedikt und Kardinal Sarah als „verwirrt“ bezeichnen, da der Zölibat unerlässlich in Frage gestellt werde. 

    DT/mlu

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