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    Zweifeln, aber nicht verzweifeln

    Manfred Hauke über den Apostel Thomas und seine Bedeutung für den Glauben heute.

    Der ungläubige Thomas
    Michelangelo Merisi da Caravaggio: Der ungläubige Thomas (1601). Foto: Wikimedia, gemeinfrei.

    Seit Bacons Begründung der modernen Erfahrungswissenschaft, die in der Induktion ihr Schlüsselmoment der Erkenntnisgewinnung birgt, glauben Menschen, nur noch das wissen zu können, was sich sinnlich erfassen lässt.

    Thomas ist von daher der Apostel mit dem wohl modernsten Zugang zum Herrn: Er glaubt nur, wenn er den empirischen Beweis für den Inhalt des Glaubens erhält. Als die anderen Jünger ihm von ihrer Begegnung mit dem Auferstandenen berichten, entgegnet er: „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ (Joh 20, 25)

    Wer wollte ihm diesen Zweifel verdenken? Am wenigsten wohl die Kirche, deren bedeutendste Heilige die Anfechtung des Zweifels kennen lernten. Doch der moderne Thomas braucht nicht zu verzweifeln. Das meint Manfred Hauke. Im Gegenteil: „Die Erfahrung des Apostels Thomas und das Leben der frühen Kirche – es sind österliche Kräfte auch für heute. Auch unser Leben kann durch die Begegnung mit dem Auferstandenen immer wieder neu werden.“

    Manfred Haukes umfassende Auslegung der Lesungen des Weißen Sonntags 2018 (Lesejahr B) finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 05. April

    DT (Josef Bordat)

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