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    Zusammenhang zwischen Homosexualität von Priestern und Missbrauch

    Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche hat sehr viel mit der Homosexualität von katholischen Priestern zu tun, wie eine Studie behauptet.

    Homosexualität und sexueller Missbrauch in der Kirche
    Die Ergebnisse des Studienreports mit dem Titel „Gibt es einen Zusammenhang zwischen homosexuellen Priestern und dem sex... Foto: Harald Tittel (dpa)

    Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche hat sehr viel mit der Homosexualität von katholischen Priestern zu tun. Die Korrelation beträgt 0,98, was in der Sprache der Statistik eine nahezu vollständige Übereinstimmung bedeutet (der höchste Wert des Korrelationskoeffizienten beträgt 1,0). Dieser enge Zusammenhang ist das Ergebnis einer neuen bahnbrechenden Studie des amerikanischen Ruth Institute, die bisherigen anderslautenden Behauptungen widerspricht.

    "Homosexuelle Subkulturen" in katholischen Priesterseminaren

    Der von Father Paul Sullins, einem Soziologieprofessor im Ruhestand der Catholic University of America, veröffentlichte Untersuchungsbericht spricht darüber hinaus von „homosexuellen Subkulturen“ in katholischen Priesterseminaren, die zu einer Atmosphäre beigetragen haben könnten, die einen Missbrauch von Minderjährigen durch homosexuelle Kleriker wahrscheinlicher machte.

    Die Ergebnisse des Studienreports mit dem Titel „Gibt es einen Zusammenhang zwischen homosexuellen Priestern und dem sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche?“ sind spektakulär und bestätigen das, was viele seit langem vermutet haben. Demnach sei der Anteil homosexueller Männer unter den Priestern seit den fünfziger Jahren bis in die achtziger Jahre stark gestiegen. War er in den 1950ern erst doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, so betrug er 30 Jahre später das Vierfache des homosexuellen Anteils an der Gesamtbevölkerung. Dieser Trend war stark gekoppelt mit zunehmendem Kindesmissbrauch.

    Anteil homosexueller Priester seit den 50ern bis in die 80er gestiegen

    Zudem berichtete ein Viertel der Ende der sechziger Jahre geweihten Priester von einer homosexuellen Subkultur in ihrem Seminar. Dennoch sei die Vorstellung, „dass der Missbrauch in Bezug steht mit homosexuellen Männern in der Priesterschaft, von den Kirchenführern weitgehend nicht akzeptiert worden“, beklagt Father Sullins.

    Warum es eine weit verbreitete Leugnung etwaiger negativer Auswirkungen von homosexueller Aktivität gibt, und wie dies sich auf Missbrauch innerhalb der Kirche auswirkt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 15. November 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT

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