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    Zukunftsweisendes Modell

    Köln (DT) Über Erfahrungen mit der ewigen Anbetung in einer Pfarrei haben Pfarrer Bernhard Hesse aus Türkheim und das Ehepaar Maria und Manfred Benkert aus Altötting beim Eucharistischen Kongress informiert. Ewige Anbetung, das sollte klar sein, heißt: Tag und Nacht – ohne Pause!

    Köln (DT) Über Erfahrungen mit der ewigen Anbetung in einer Pfarrei haben Pfarrer Bernhard Hesse aus Türkheim und das Ehepaar Maria und Manfred Benkert aus Altötting beim Eucharistischen Kongress informiert. Ewige Anbetung, das sollte klar sein, heißt: Tag und Nacht – ohne Pause!

    Pfarrer Hesse schilderte die Situation in seiner Pfarrei zu Beginn seiner Tätigkeit: sinkende Anzahl der Gläubigen, kaum gelingende Eingliederung von Fernstehenden, Schwierigkeiten bei der Glaubensweitergabe. Eine normale Pfarreisituation. Manfred Benkert berichtete von der Eröffnung der Anbetungskapelle in Altötting durch Benedikt XVI. bei seinem Besuch 2006. Die Anbetungskapelle sei jedoch häufig ohne Beter gewesen. So sei auch hier der Wunsch nach ewiger Anbetung gewachsen. In Türkheim, so Pfarrer Hesse, habe es zuvor eine wöchentliche Anbetungsstunde gegeben. Auch hier sei die Teilnehmerzahl stetig gesunken.

    Da habe er im Internet eine amerikanische Initiative entdeckt, die die ewige Anbetung in der Pfarrei schon seit den 80er Jahren pflege. Von dort habe er tatkräftige Hilfe bekommen, wie man so etwas dauerhaft und erfolgreich ins Leben ruft. Dies funktioniere nun seit dreizehn Jahren und neun Monaten in seiner Pfarrei reibungslos. Ähnlich sei es auch in Altötting gelaufen, berichtet Maria Benkert.

    Die Praxis sehe so aus, dass zunächst die Zustimmung des Bischofs eingeholt werde. Dann gelte es, eine Gruppe zu sammeln, die den Start organisiert. Es folgen an einem Sonntag Predigten dazu in allen Messen. Hier werden dann auch Zettel ausgeteilt, auf denen Gemeindemitglieder ihre Bereitschaft erklären können, eine Stunde pro Woche zu übernehmen. Außer den festen Betern, die eine regelmäßige wöchentliche Stunde übernehmen, können Beter einzelne Betstunden übernehmen, die kurzfristig festgelegt werden. Beides – die Stabilität und die Flexibilität – wird gebraucht. Für eine Woche sind 168 Beter nötig, so ist jede Stunde besetzt. Gerade die Lücken zwischen den Stunden der festen Beter böten denjenigen eine Chance, die sich wegen Schichtarbeit, Familie oder aus sonstigen Gründen nicht an eine feste Stunde binden könnten.

    In Türkheim hatten sich am ersten Sonntag gleich 100, in Altötting sogar 108 Beter gemeldet. Damit konnte man an beiden Orten starten. Mit externen Helfern und Springern für einzelne Stunden ist so bereits ein sicherer Beginn möglich. Selbst die Nachtstunden zu besetzen, sei keine Schwierigkeit gewesen. Am schwierigsten seien die Stunden am Sonntag Nachmittag zu besetzen, sagten Pfarrer Hesse und Manfred Benkert übereinstimmend.

    Eine Beterhotline für alle Fälle, ein Team für die Organisation und die baulichen Veränderungen seien dann das geringste Problem gewesen. Bald darauf, am 19. September 1999, habe die Anbetung in Türkheim beginnen können. In Altötting wurde am 3. April 2011 mit der ewigen Anbetung begonnen.

    Die ewige Anbetung ist ein stilles Gebet. Das, so betonten die Referenten übereinstimmend, sei wichtig. Es gehe in der Anbetung nicht nur darum, dem Herrn die Anliegen der Welt vorzutragen, sondern auch darum, in der Stille vor ihm zu verweilen und zu hören.

    Großes Interesse der Zuhörer fand der Bericht des Pfarrers über die sichtbaren Früchte der ewigen Anbetung in der Pfarrei. Die Zuverlässigkeit der Beter sei beeindruckend. Ausfälle gebe es kaum. Krankheit oder Verschlafen seien die Hauptgründe, falls wirklich mal jemand ausfällt. Eine Vertiefung der Beziehung zu Christus nannte Pfarrer Hesse als eine erste Frucht, die er feststellen konnte. Ferner wachse die geistliche Atmosphäre und es gebe eine Vertiefung der zwischenmenschlichen Beziehungen. „Da wächst eine Gemeinschaft unter den Betern“, sagt der Seelsorger. Jesus ordne das Leben der Beter, fuhr der Pfarrer fort. Ehen heilen, Sonntagsheiligung nimmt zu und verschiedenste geistliche Defizite schwinden.

    Maria Benkert berichtete von der Betreuung der Beter in Altötting. Auch die sei unbedingt nötig. Es gebe zwei bis drei Treffen jährlich, die der Gemeinschaft, aber auch dem Austausch und der Vertiefung dienen. Eine Frucht für sie sei, dass die Gemeinde deutlich lebendiger geworden sei. Ferner habe es eine Gebetsinitiative zum „Jahr des Glaubens“ gegeben.