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    Zuflucht als Menschenrecht

    Köln (DT) Der neue Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat am Mittwoch vor Journalisten in seiner Kölner Heimatpfarrei in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim die vorrangigen Aufgaben im neuen Amt beschrieben.

    Köln (DT) Der neue Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat am Mittwoch vor Journalisten in seiner Kölner Heimatpfarrei in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim die vorrangigen Aufgaben im neuen Amt beschrieben.

    Der Einsatz für die Flüchtlinge in Syrien und im Irak hat für den Kardinal eine besondere Bedeutung. Er wolle dieses Thema auch gegenüber der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zur Sprache zu bringen. Für ihn stehen dabei humanitäre Lösungen im Mittelpunkt. Zuflucht zu finden sei ein Menschenrecht. Wesentlich ist für den Kardinal aber auch, wie die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge in Deutschland gelingen kann. „Es reicht nicht, zu sagen, dass Krankenkosten von der Innenministerkonferenz übernommen werden“, machte Woelki deutlich. „Vielmehr müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass auch Familienzusammenführungen bei den Flüchtlingen möglich sind.“

    Bei den Hilfsoptionen sieht der Nachfolger von Joachim Kardinal Meisner aber nicht nur den Staat in der Pflicht. Er hat sich auch vorgenommen, mit seiner Caritas als erstes über dieses Thema zu sprechen. Auch auf die Ursachen von Flucht und Vertreibung ging Woelki, der am Donnerstag in Düsseldorf vereidigt wurde, ein: „Die Berufung auf Religion als Machtmittel oder ihr Einsatz zur Unterdrückung anderer hat bei uns keinen Platz. In unserem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat wird allen Religionsfreiheit gewährt. Wir sollten als Christen darauf achten, dass uns diese Religionsfreiheit ebenso überall zukommt.“

    Seine Zeit in Berlin, wo er von 2011 an wirkte, hat Woelki stark geprägt. „Berlin ist mir immer noch sehr nahe“, bekannte der Kardinal. Das seien besonders auch diejenigen, mit denen gemeinsam er in den vergangenen drei Jahren den Versuch unternommen habe, eine Pastoral aufzubauen, die zeitgemäß sei. Er wisse, dass sein Weggang vielen Menschen weh tue und sie enttäuscht seien, dass er nun die neue Aufgabe in seiner Heimatstadt antrete. Sehr nah seien ihm auch die Menschen in den Armenküchen. Das Engagement für diese Menschen und der Umgang mit ihnen habe ihm sehr am Herzen gelegen.

    Aus Berlin bringe er die Sichtweise einer Stadt mit, in der die katholischen Christen in der Minderheit leben. Dort sei die Gruppe der Christen relativ klein gegenüber der Gruppe der Konfessionslosen oder Ungetauften. „Die Religionen leben dort in einem friedlichen und solidarischen Miteinander, bei aller Unterschiedlichkeit.“