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    Zeugnis der Erneuerung

    Mainz (om) Als ein wirklich neues Zugehen auf die junge Generation hat der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann den in privater Initiative unter Beteiligung von deutschen Jugendlichen entstandenen Jugendkatechismus YOUCAT (vergleiche DT vom 25. März) bezeichnet. Vor Journalisten sagte der Vorsitzende der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz am Montag in Mainz: „YOUCAT ist kein Produkt von Bischöfen und Theologen, obgleich der Jugendkatechismus sich natürlich am verbindlichen Glauben der Kirche orientiert. Er ist in dieser Hinsicht die glückliche Synthese einer Initiative von oben und von unten.“ Der Katechismus werde der Jugend also nicht einfach vorgesetzt, sondern die Jugend selbst sei durch ihre Fragen zum „Subjekt“ des YOUCAT geworden. Der vielfach geforderte subjektorientierte Ansatz: „Hier ist er.“ Dies sei ein außerordentliches Zeugnis für die Erneuerung der Katechismustradition, das man nicht genügend hervorheben könne.

    Eine geglückte Synthese von unten und von oben: Kardinal Karl Lehmann (rechts) stellt den neuen Jugendkatechismus vor. L... Foto: KNA

    Mainz (DT) Als ein wirklich neues Zugehen auf die junge Generation hat der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann den in privater Initiative unter Beteiligung von deutschen Jugendlichen entstandenen Jugendkatechismus YOUCAT (vergleiche DT vom 25. März) bezeichnet. Vor Journalisten sagte der Vorsitzende der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz am Montag in Mainz: „YOUCAT ist kein Produkt von Bischöfen und Theologen, obgleich der Jugendkatechismus sich natürlich am verbindlichen Glauben der Kirche orientiert. Er ist in dieser Hinsicht die glückliche Synthese einer Initiative von oben und von unten.“ Der Katechismus werde der Jugend also nicht einfach vorgesetzt, sondern die Jugend selbst sei durch ihre Fragen zum „Subjekt“ des YOUCAT geworden. Der vielfach geforderte subjektorientierte Ansatz: „Hier ist er.“ Dies sei ein außerordentliches Zeugnis für die Erneuerung der Katechismustradition, das man nicht genügend hervorheben könne.

    Zwar habe der Katechismus an sich aufgrund seiner Handhabung in der Vergangenheit nach wie vor einen schlechten Ruf. Ein möglicher Missbrauch in der Vergangenheit etwa durch stures Auswendiglernen ohne eine echte Auseinandersetzung hebe aber den rechten Gebrauch nicht auf. Der christliche Glaube habe sich schon sehr früh in Formeln verdichtet, die sich im Neuen Testament vielfach finden ließen. Zudem sei die gewählte Frage-Antwort-Struktur in der dialogischen Form des Glaubens selbst grundgelegt und komme etwa in der Tauffeier zum Ausdruck.

    Es sei der ausdrückliche Wille Papst Johannes Pauls II. gewesen, mit dem von ihm approbierten Weltkatechismus einen verbindlichen Bezugspunkt für die Abfassung weiterer lokaler Katechismen zu schaffen und nicht, diese zu verhindern. Die Autoren des YOUCAT hätten sich in diesem Sinne höchstes Verdienst erworben.

    Mitautor Johannes zu Eltz, Stadtdechant von Frankfurt, betonte, dass der YOUCAT ein „Beziehungsgeschenk“ sei. Man überreiche mit ihm nicht nur ein Buch, sondern solle sich selber als Gesprächspartner der Jugendlichen mitschenken. „Besonders im dogmatischen Teil des Werks sind wir nicht von den Zumutungen des katholischen Glaubens abgerückt“, so zu Eltz. Aber gerade das sei von den Jugendlichen anerkannt worden. Vielfach hätten sie gesagt, dass man den Glauben nicht besser ausdrücken könne als es die Tradition getan habe. „Doch dazu muss man mit ihr gerungen haben.“

    Bernhard Meuser, als Leiter des Münchener Pattlochverlags, Verleger sowie Mitautor des YOUCAT, informierte, dass man aufgrund der hohen Bestellzahlen bald oben auf den Bestseller-Listen werde einsteigen können. Das Kompendium des Weltkatechismus, das als Ausgangstext für den YOUCAT gedient hat, habe seine Qualitäten, sei aber von den Jugendlichen etwa auf dem Kölner Weltjugendtag 2005 nicht angenommen worden. „Viele den Rucksäcken damals beigefügte Ausgaben landeten direkt im Mülleimer“, so Meuser. Der Pattloch-Verlag sei von der Österreichischen Bischofskonferenz ÖBK, der die Autoren die Rechte an Texten und Bildern übertragen hätten, zum weltweiten Generalverlag für die Lizenzverhandlungen mit ausländischen Verlagen eingesetzt worden. Am Freitag hatte Kardinal Schönborn den Katechismus bereits in Wien vorgestellt. Bei YOUCAT handele es sich um ein non-profit-Werk und das derzeit größte christliche Buchprojekt der Welt. Etwaige Überschüsse über die bislang vor allem spendenfinanzierten Produktionskosten sollen für die Jugendevangelisierung verwendet werden, so Meuser. Eine bei der ÖBK angesiedelte Stiftung werde sich darum kümmern.

    Der YOUCAT wurde von der ÖBK mit Zustimmung der Deutschen und der Schweizer Bischofskonferenz approbiert. Zuvor war ein Votum der römischen Kongregation für die Glaubenslehre erstellt und berücksichtigt worden. Stadtdechant zu Eltz: „Der YOUCAT ist trotzdem wie Mathias Rust auf dem Roten Platz gelandet.“ Das Werk wäre nie entstanden, wenn man zu allen Phasen der Entstehung die zuständigen Gremien der Deutschen Bischofskonferenz konsultiert hätte. Kardinal Lehmann glaubte, dass das Wohlwollen des Papstes, der ein selbstverfasstes Vorwort beigesteuert hat, etwaige Widerstände weggewischt habe. Auf die Frage, welche Zukunft er sich für den YOUCAT wünsche und ob er Eingang in den schulischen Religionsunterricht finden solle, antwortete der Kardinal: „Der wird seinen Weg schon finden.“