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    „Zeit des Dialogs“

    St. Louis (DT/KNA) Die Leitungskonferenz der katholischen US-Frauenorden (LCWR) berät über ihr künftiges Verhältnis zum Vatikan. An der am Dienstag eröffneten und bis Samstag dauernden Jahresversammlung in St. Louis nehmen nach Angaben lokaler Medien an die 900 Ordensfrauen teil.

    St. Louis (DT/KNA) Die Leitungskonferenz der katholischen US-Frauenorden (LCWR) berät über ihr künftiges Verhältnis zum Vatikan. An der am Dienstag eröffneten und bis Samstag dauernden Jahresversammlung in St. Louis nehmen nach Angaben lokaler Medien an die 900 Ordensfrauen teil.

    Das Verhältnis zwischen der römischen Kirchenleitung und den Repräsentantinnen von über 45 000 nordamerikanischen Nonnen und Schwestern gilt als angespannt, nachdem die Glaubenskongregationen „schwere lehrmäßige Probleme“ attestierte. Zu Beginn sollte der Erzbischof von St. Louis, Robert Carlson, die Konferenz begrüßen. Carlson hatte im Vorfeld des Treffens laut der Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ seine Unterstützung der vatikanischen Position erklärt und betont, er habe „keine Rolle bei der Planung der Versammlung, ihrer Redner oder zu Ehrenden gespielt“. Als Gastvortragende ist die jüdischstämmige Politik- und Zukunftswissenschaftlerin Barbara Marx Hubbard eingeladen. Die Leiterin der Vinzentinerinnen in St. Louis, Louise Gallahue, sagte, die Jahrestagung solle nach dem Willen der Schwestern „eine Zeit des Dialogs und des wachsenden Verstehens“ sein. Es gehe um „Kommunikation mit der Kirchenleitung und nicht in Konflikt zu ihr“, sagte sie der Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“.

    Nach einer geschlossenen Sitzung am Dienstag zeichne sich jedoch der Entschluss ab, die römische Forderung nach einer Reform des Dachverbands nicht bedingungslos zu akzeptieren, berichtete das Online-Magazin „National Catholic Reporter“. Einzelne Meinungen gingen so weit, dass die Frauenorden nicht notwendig in kirchenrechtliche Strukturen eingebunden sein müssten. Laut „National Catholic Reporter“ suchen die Ordensleiterinnen einen Zwischenweg, um dem Vatikan ihr Selbstverständnis klarzumachen, ohne einen Bruch zu riskieren. Die obersten Vertreterinnen des Dachverbandes, Pat Farrell und Janet Mock, waren im Juni zu einem klärenden Gespräch in den Vatikan gereist. Das Treffen bezeichneten sie als schwierig; Grund seien „unterschiedliche Sichtweisen“. Anlass der Unterredung waren Forderungen des Vatikan an die Ordensfrauen, bestimmte Haltungen etwa zu Frauenordination, Abtreibung und Homosexualität zurückzunehmen. Der Vatikan hatte Ende 2008 eine Überprüfung des Dachverbandes der nordamerikanischen Frauenorden angeordnet. Der Ermittlungsbericht bemängelte Positionen zur Sexualethik, zum Lebensschutz und zum Amtsverständnis.