• aktualisiert:

    Zagreb: Regierungschefin widerspricht Pontifex

    Zagreb (DT/dpa) Die kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor hat sich in einem spektakulären Streit um Kircheneigentum offen gegen den Papst gestellt. Kroatien werde „dem Druck des Vatikans nicht nachgeben“, sagte Kosor am Montag in Zagreb nach einem Treffen mit dem kroatischen Bischof Ivan Milovan aus Porec auf der Halbinsel Istrien. Der Papst hatte angeordnet, dass das Bistum die italienischen Benediktiner entschädigen muss, die nach dem Zweiten Weltkrieg von dort vertrieben worden waren. Die Entschädigung könnte sich nach inoffiziellen Berechnungen auf bis zu 30 Millionen Euro belaufen. Sie treibe seine Diözese in den Bankrott, hatte Ortsbischof Milovan kritisiert. Daher hatte er sich offen geweigert, die Anordnung des Vatikans zu unterschreiben. Der Heilige Stuhl hatte Milovan darauf kurzfristig des Amtes enthoben, um das umstrittene Dekret durch einen eigens nach Kroatien geschickten spanischen Bischof unterschreiben zu lassen. Die Mehrheit der kroatischen Bischöfe hatte sich nach Medienberichten auf die Seite des Ortsbischofs von Porec und damit offen gegen den Papst gestellt. Sie werde dem Papst einen persönlichen Brief mit dem Ziel schreiben, die Entscheidung noch einmal zu überdenken, kündigte die Regierungschefin an. Gleichzeitig sei der Nuntius des Papstes in Kroatien ins Außenministerium einbestellt worden. Bischof Milovan hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er zur Begleichung der Schulden den Verkauf der Euphrasius-Basilika in Porec ins Spiel gebracht hatte. Die Kirche aus dem sechsten Jahrhundert ist die wichtigste Touristenattraktion und wird zurzeit auch von zehntausenden Deutschen und Österreichern besucht.

    Zagreb (DT/dpa) Die kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor hat sich in einem spektakulären Streit um Kircheneigentum offen gegen den Papst gestellt. Kroatien werde „dem Druck des Vatikans nicht nachgeben“, sagte Kosor am Montag in Zagreb nach einem Treffen mit dem kroatischen Bischof Ivan Milovan aus Porec auf der Halbinsel Istrien. Der Papst hatte angeordnet, dass das Bistum die italienischen Benediktiner entschädigen muss, die nach dem Zweiten Weltkrieg von dort vertrieben worden waren. Die Entschädigung könnte sich nach inoffiziellen Berechnungen auf bis zu 30 Millionen Euro belaufen. Sie treibe seine Diözese in den Bankrott, hatte Ortsbischof Milovan kritisiert. Daher hatte er sich offen geweigert, die Anordnung des Vatikans zu unterschreiben. Der Heilige Stuhl hatte Milovan darauf kurzfristig des Amtes enthoben, um das umstrittene Dekret durch einen eigens nach Kroatien geschickten spanischen Bischof unterschreiben zu lassen. Die Mehrheit der kroatischen Bischöfe hatte sich nach Medienberichten auf die Seite des Ortsbischofs von Porec und damit offen gegen den Papst gestellt. Sie werde dem Papst einen persönlichen Brief mit dem Ziel schreiben, die Entscheidung noch einmal zu überdenken, kündigte die Regierungschefin an. Gleichzeitig sei der Nuntius des Papstes in Kroatien ins Außenministerium einbestellt worden. Bischof Milovan hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er zur Begleichung der Schulden den Verkauf der Euphrasius-Basilika in Porec ins Spiel gebracht hatte. Die Kirche aus dem sechsten Jahrhundert ist die wichtigste Touristenattraktion und wird zurzeit auch von zehntausenden Deutschen und Österreichern besucht.