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    Wissenschaft, die den Menschen existenziell betrifft

    Paderborn (DT) Die Theologische Fakultät Paderborn hat als älteste Hochschule Westfalens kürzlich ihr 400jähriges Bestehen gefeiert. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Festkonzert in der Universitäts- und Marktkirche. Im Pontifikalamt überbrachte der Apostolische Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic die Segenswünsche von Papst Franziskus. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker erinnerte in seiner Predigt an die vielen Menschen, die Antworten auf die Fragen ihres Lebens suchen würden. Wir Christen könnten ihnen diese geben, wenn wir nicht zu sehr mit innerkirchlichen Meinungsverschiedenheiten beschäftigt wären. Die Sorge des Erzbischofs ist es, „dass wir Ihn, Jesus Christus, das Haupt, aus den Augen zu verlieren drohen – oder verloren haben“. Es müsse wieder um Gott gehen und die Kirche müsse sich bemühen, innerlicher, gottdurchdringender und gottverbundener zu werden. Der Erzbischof unterstrich, dass das Studium der Theologie dazu befähige, Zeugnis zu geben von der Hoffnung, die uns erfülle. Es sei wichtig, dass über allem in unserem Leben der Herr stehe. Und dies sei auch das unterscheidend Andere der theologischen Wissenschaft: „dass sie existenziell mit uns zu tun hat, uns betrifft bis in die letzte Faser unseres Daseins“.

    Paderborn (DT) Die Theologische Fakultät Paderborn hat als älteste Hochschule Westfalens kürzlich ihr 400jähriges Bestehen gefeiert. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Festkonzert in der Universitäts- und Marktkirche. Im Pontifikalamt überbrachte der Apostolische Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic die Segenswünsche von Papst Franziskus. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker erinnerte in seiner Predigt an die vielen Menschen, die Antworten auf die Fragen ihres Lebens suchen würden. Wir Christen könnten ihnen diese geben, wenn wir nicht zu sehr mit innerkirchlichen Meinungsverschiedenheiten beschäftigt wären. Die Sorge des Erzbischofs ist es, „dass wir Ihn, Jesus Christus, das Haupt, aus den Augen zu verlieren drohen – oder verloren haben“. Es müsse wieder um Gott gehen und die Kirche müsse sich bemühen, innerlicher, gottdurchdringender und gottverbundener zu werden. Der Erzbischof unterstrich, dass das Studium der Theologie dazu befähige, Zeugnis zu geben von der Hoffnung, die uns erfülle. Es sei wichtig, dass über allem in unserem Leben der Herr stehe. Und dies sei auch das unterscheidend Andere der theologischen Wissenschaft: „dass sie existenziell mit uns zu tun hat, uns betrifft bis in die letzte Faser unseres Daseins“.

    Beim Festakt im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät sprach Rektor Professor Josef Meyer zu Schlochtern über die Geschichte der Theologischen Fakultät. Diese wurde am 10. September 1614 durch den Paderborner Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg als Universität mit dem Namen „Academia Theodoriana“ gegründet. Bis 1773 oblag die Leitung dem Jesuitenorden. Trotz tief greifender gesellschaftlicher und politischer Veränderungen überlebte die Lehranstalt und trug seit 1917 die Bezeichnung „Philosophisch-Theologische Akademie“. Schließlich wurde sie 1966 zur Theologischen Fakultät erhoben und seitens der Landesregierung als Hochschule anerkannt. Das Leitwort des Jubiläums „Glauben Denken, Menschen Bilden“ verweise auf Grundlage und Ziel der Lehre und Forschung an der Fakultät, so der Rektor. „Sie war und ist ein Ort des Glaubens, an dem dieser Glaube zugleich reflektiert und systematisch bedacht wird.“

    Im Festvortrag erörterte Karl Kardinal Lehmann die Frage, warum der Glaube auf das Denken angewiesen bleibe und stellte dazu vier Thesen vor. Zum einen sei christliches Denken nur möglich, soweit es auf den christlichen Glauben bezogen bleibe. Umgekehrt brauche auch der Glaube das Denken, wenn er sich selbst treu bleiben wolle. Drittens benötige die Kirche das Glaubensdenken, um das Evangelium zu jeder Zeit verantwortlich verkündigen zu können. Und schließlich könne die moderne Gesellschaft zumindest erkennen, dass die Theologie bei der Bewältigung heutiger Lebens- und Gestaltungsprobleme „nützlich“ sein könne. Es sei ihre Aufgabe, „die Frage nach dem Woher und Wohin, dem Ganzen und dem Sinn von Welt und Geschichte offen zu halten und so auch die Spur für einen Zugang zu Gott freizuhalten“. Theologie und Lehramt würden nicht daran gemessen, wie viel Konfliktpotenzial sie verursacht haben, sondern ob sie dem Glaubensschwund in unseren Gesellschaften wirksam begegnen konnten, so der Kardinal.

    Erzbischof Becker verwies als Magnus Cancellarius auf das Motiv der Gründung der Hochschule: „Durch das theologische Studium sollte sie Einsicht in und über den christlichen Glauben vermitteln.“ Die christliche Botschaft wolle mithilfe der menschlichen Vernunft bedacht, verstanden und als eine Lebenspraxis angeeignet werden. Das Bemühen um Verstehen und Einsicht in das Christusgeheimnis sei die Grundbotschaft der Kirche, welche es zu verkünden gelte, auch und gerade durch die Bildung an Schulen und Hochschulen.