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    „Wir gehören zusammen“

    Würzburg (DT/POW) „Kutu kimoja – Wir gehören zusammen“: Auf großen Plakaten halten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die 28 Buchstaben des Satzes auf Kisuaheli und Deutsch im Kiliansdom in die Höhe. In der Mitte stehen die Bischöfe der Partnerdiözesen Würzburg und Mbinga: Bischof Friedhelm Hofmann und die beiden „Väter der Partnerschaft“, die Bischöfe Emmanuel Mapunda und Paul-Werner Scheele. Mit der Feier des 25. Partnerschaftsjubiläums und dem Internationalen Familienfest ist am Sonntag die Kiliani-Wallfahrtswoche 2014 bei strömendem Regen zu Ende gegangen. „Alles, was atmet, lobe den Herrn!“ – das Psalmwort prägte als Motto die Wallfahrtstage. „Das Lob Gottes endet nicht, auch wenn die Wallfahrtswoche endet“, sagte Bischof Hofmann zum Abschluss.

    Die Freundschaft mit dem Bistum Mbinga wird in Würzburg großgeschrieben. Foto: POW/Schweßinger

    Würzburg (DT/POW) „Kutu kimoja – Wir gehören zusammen“: Auf großen Plakaten halten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die 28 Buchstaben des Satzes auf Kisuaheli und Deutsch im Kiliansdom in die Höhe. In der Mitte stehen die Bischöfe der Partnerdiözesen Würzburg und Mbinga: Bischof Friedhelm Hofmann und die beiden „Väter der Partnerschaft“, die Bischöfe Emmanuel Mapunda und Paul-Werner Scheele. Mit der Feier des 25. Partnerschaftsjubiläums und dem Internationalen Familienfest ist am Sonntag die Kiliani-Wallfahrtswoche 2014 bei strömendem Regen zu Ende gegangen. „Alles, was atmet, lobe den Herrn!“ – das Psalmwort prägte als Motto die Wallfahrtstage. „Das Lob Gottes endet nicht, auch wenn die Wallfahrtswoche endet“, sagte Bischof Hofmann zum Abschluss.

    „Kiliani ist wie ein Magnet.“ Der Satz einer Wallfahrerin aus Dettelbach war auch heuer wieder bei den 19 Pontifikalgottesdiensten der Festwoche zu spüren. Insgesamt kamen während der Wallfahrtswoche und an den vorgeschalteten Treffen der Ehejubilare gut 18 000 Menschen in den Kiliansdom. Erstmals gab es einen Tag für die Kommunionkinder aus dem Bistum, zu dem allein 1 400 Kinder sowie 300 Begleiter kamen. Die im Dom aufgestellten Häupter der Frankenpatrone Kilian, Kolonat und Totnan zogen aber nicht nur die Katholiken aus allen Regionen des Bistums Würzburg an, sondern heuer auch Mitglieder der Bayerischen Staatsregierung. So feierte Ministerpräsident Horst Seehofer den Festgottesdienst zum Auftakt der Wallfahrtswoche mit.

    Der Internationale Familiengottesdienst zum Abschluss der Festwoche stand besonders im Zeichen des 25. Jubiläums der Partnerschaft zwischen den Diözesen Würzburg und Mbinga. Der emeritierte Bischof Mapundas feierte das Pontifikalamt ebenso mit wie der emeritierte Würzburger Bischof Scheele, Weihbischof Helmut Bauer und Pfarrer Alfons Blumenfeld aus dem brasilianischen Partnerbistum Óbidos, Domkapitular Christoph Warmuth, Diözesanfamilienseelsorger Stephan Hartmann, Diözesanjugendpfarrer Stefan Michelberger und Priester der ausländischen katholischen Missionen im Bistum Würzburg. „Heute erleben wir hier Weltkirche“, unterstrich Bischof Hofmann in seiner Predigt. Er erinnerte an den Beginn der Partnerschaft im Jahr 1989 und würdigte die Begründer der Freundschaft, die Bischöfe Scheele und Mapunda. Die Partnerschaft wolle den in Afrika eingepflanzten Glauben und das von den Münsterschwarzacher Benediktinern eröffnete Missionsfeld weiter fördern. Gleichzeitig wollten sich die Katholiken im Bistum Würzburg von Mbinga im Glauben inspirieren und stärken lassen.

    In Mbinga wurden nach den Worten des Bischofs in den 25 Jahren neben dem Dom und dem Diözesanzentrum zahlreiche Projekte aufgebaut. Umgekehrt hätten die Würzburger Katholiken viel von Mbinga zurückbekommen: die Erfahrung, trotz äußerer Armut einen inneren Reichtum erleben zu können, die Kraft des Glaubens im schwierigen Alltag, die lebendige Freude ausstrahlenden Gottesdienste, die Einübung in die Langsamkeit und die Notwendigkeit, an einer gerechteren Welt zu arbeiten. „Wir erfahren, dass unser Nächster auch im entfernten Afrika lebt, und wir vieles tun können, um dort die Lebensverhältnisse so zu verbessern, dass die Menschen nicht nach Europa fliehen müssen“, unterstrich der Bischof. Mit der Vernetzung der Partnerschaft zwischen Würzburg und Mbinga mit Óbidos in Brasilien wolle man deutlich machen, „dass wir eine weltumspannende Kirche sind und füreinander Sorge tragen wollen“. Zu den Kindern und Jugendlichen sagte Bischof Hofmann, sie könnten mithelfen, dass die Partnerschaft in den kommenden Jahren reiche Früchte bringe.

    Von Trommelklängen begleitet, zogen die Familien im Anschluss bei strömendem Regen zum Kilianeum, um dort ein internationales Fest der Familien zu feiern. Spiele, Hüpfburg, Jonglierkiste, Sinnesparcour oder kreatives Werken boten Spaß für die ganze Familie. Die Kleinsten lauschten Märchengeschichten, während sich die Eltern zu familienpolitischen Themen informieren, mehr über die Partnerdiözesen Mbinga und Óbidos erfahren oder beim Menschenkicker mit der Familienmannschaft antreten konnten.

    Einen neuen Aufbruch in eine missionarische Kirche, Einsatz für eine gerechtere Welt und die Erfahrung, dass der Glaube das Leben heller und fröhlicher macht: Das legte Bischof Hofmann während der Wallfahrtswoche den Wallfahrern ans Herz. In den Predigten griffen der Bischof und Weihbischof Ulrich Boom das Wallfahrtsmotto „Alles, was atmet, lobe den Herrn!“ immer wieder auf und lenkten den Blick auf aktuelle gesellschaftliche Fragen. So mahnte Bischof Hofmann gleich zum Auftakt der Festwoche die Solidarität mit Flüchtlingen an. Durch die vielen Unruheherde weltweit komme eine große Zahl von Flüchtlingen nach Europa. „Wir dürfen uns nicht abschotten und das Problem den anderen überlassen“, sagte der Bischof. Nächstenliebe und Gastfreundschaft seien christliche Pflichten, die es umzusetzen gelte. Die Partnerschaft mit dem tansanischen Bistum Mbinga sei ein Beispiel der gelebten Gemeinschaft, wie sie Kilian und seine Gefährten aufgezeigt hätten.