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    „Wir erhoffen ein heiles Leben“

    Deutsche und österreichische Bischöfe üben in ihren Weihnachtspredigten Gesellschaftskritik, werben für Lebensschutz und Solidarität

    Mit dem Friedenslicht von Bethlehem wurde die Kerze an der Krippe im Regensburger Dom entzündet. Foto: Bistum Regensburg

    Bonn/Wien/Würzburg (DT/KNA/KAP) Die deutschsprachigen Bischöfe haben in ihren Weihnachtspredigten gesellschaftspolitische Akzente gesetzt. Die Weihnachtsbotschaft liefert nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. „Wenn ich glaube, dass Gott in Jesus der Bruder aller geworden ist, stärkt das meine Verbundenheit und Offenheit, meine Bereitschaft zur Solidarität und zum Miteinander.“ Als eine „Art Gesamtkunstwerk“ helfe Weihnachten auch im persönlichen Leben, die Kunst der Liebe und des richtigen Lebens zu lernen, erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

    Der Berliner Erzbischof Heiner Koch rief dazu auf, mehr Kreativität bei der Verbreitung der christlichen Botschaft zu entwickeln. „Auf den eingefahrenen Wegen der Verkündigung werden wir die Menschen, die oft noch nie etwas von Gott gehört haben, nicht erreichen.“

    Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beklagte ein „dramatisch“ hohes Ausmaß an Obdachlosigkeit in Deutschland. Bundesweit seien 2016 gut 860 000 Menschen ohne Wohnung „und damit ohne Zuhause in einer geborgenen Atmosphäre“ gewesen. Zudem fehle es an bezahlbaren Immobilien; selbst Durchschnittsverdiener wie Krankenschwestern oder Polizisten könnten sich Wohnungen oft nicht mehr leisten. „Das ist ein ganz dunkles Kapitel unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Wirklichkeit“, sagte der Geistliche.

    Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nannte es mit Blick auf die Debatten um das Vaterunser eine gute Nachricht, dass im zurückliegenden Advent bis in die Boulevard-Blätter hinein über das zentrale Gebet der Christenheit diskutiert worden sei. So etwas hätte man in einer säkularisierten Gesellschaft kaum mehr für möglich gehalten. Das Vaterunser brauche keine neue Übersetzung. Vielmehr seien Beterinnen und Beter, Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer nötig, „die sich an der Krippe neu als Kinder Gottes erfahren und täglich neu aus dieser Beziehung leben“.

    Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen verurteilte die embryonale Stammzellforschung und die Präimplantationsdiagnostik (PID) als moralisch verwerflich. Die „Tötung beziehungsweise Selektion von Embryonen“ sei durch nichts zu rechtfertigen, sagte Algermissen am ersten Weihnachtsfeiertag im Fuldaer Dom. „Der Zweck kann nie die Mittel heiligen. Wenn das Gebot, Kranke zu heilen, mit dem Gebot, Unschuldige nicht zu töten, kollidiert, hat immer das Tötungsverbot den Vorrang“, so der Bischof. In dieser Frage könne es mit der katholischen Kirche niemals „die Spur eines Kompromisses geben“. Christen feierten an Weihnachten die Menschwerdung Gottes und damit die Zusage, dass Gott an den Ängsten und dem Leid der Menschen Anteil nehme, betonte Algermissen. In dieser Zuwendung Gottes gründe die menschliche Würde. Die gelte es in allen Stadien des Lebens zu schützen. „Wo aber Gott aus dem Blick gerät, werden wir entwurzelt. Wo er nicht mehr vorkommt, werden wir heimatlos.“

    Auch sein Münsteraner Amtsbruder Felix Genn wandte sich gegen die verbrauchende Embryonenforschung, „wo um eines vermeintlich guten Zweckes willen in Kauf genommen wird, dass andere menschliche Wirklichkeiten zerstört werden“. Genn rief zum unablässigen Gebet für den Frieden auf. Dies sei der Mühe wert, „selbst wenn man den Eindruck hat, dass ein nordkoreanischer Präsident nichts anderes kennt als das bloße Vergnügen an seiner eigenen Macht“, sagte er am ersten Weihnachtstag im Dom zu Münster.

    Der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, ermutigte zum Lebensschutz. Der Grund aller Lebensfreude leuchte an Weihnachten auf, weil „Gott Mensch wird und uns auf diese Weise ein für alle Mal mit seinen Armen auffängt“, so Wiesemann. Damit werde das Fest zur „eindringlichen politischen und gesellschaftlichen Botschaft“: Wer an die Unverfügbarkeit des Lebens Hand anlege, wende sich gegen den Grund jeder Lebensfreude.

    Die Geburt Jesu ist nach Ansicht des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke eine Antwort Gottes auf die Sehnsucht des Menschen nach Nähe und Heil. Die Botschaft von Weihnachten mache Mut, im Alltag nicht auf Macht und Abgrenzung zu setzen, sondern echte Begegnung mit dem Mitmenschen zu suchen.

    In Passau sagte Bischof Stefan Oster, Christen feierten als „Berührte den, der in uns eine Tür öffnet, um uns mehr zu schenken, als die ganze Welt alleine je zu schenken hätte: den Sinn unseres Lebens und den Sinn der ganzen Geschichte“.

    Für den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf geht es an Weihnachten nicht darum, das Elend der Welt auszublenden. „Vielmehr möchte die Feier von Weihnachten auslösen, dass ich wachsamer und aufmerksamer, sensibler und barmherziger werde“, sagte Kohlgraf an Weihnachten im Mainzer Dom. Obwohl viele Menschen nach 70 Friedensjahren heute sicheren Wohlstand genössen, dürfe man „die Augen nicht davor verschließen, dass Dunkelheit aller Art, Tod und Hass auch in unserer Zeit die Welt prägen“, so der Bischof.

    Der Paderborner Erzbischof Heinz-Josef Becker beklagte Krieg, politische Unfreiheit und Hunger. Gott teile diese Not mit den Menschen, indem er als Kind auf die Welt gekommen sei, sagte er in der Christmette an Heiligabend im Paderborner Dom. Der Erzbischof nannte es erstaunlich, dass ein neugeborenes und hilfloses Kind Retter der Welt sein soll. „Das heißt doch: Unsere Rettung kommt nicht von außen oder von oben herab, sondern unsere Rettung kommt von innen.“ Sie geschehe, indem Gott in alles Menschliche eintauche. Dabei spare er die Not nicht aus, sondern teile sie mit den Menschen. „Wenn Gott selbst Mensch geworden ist, dann ist alles Menschliche und Allzu-Menschliche von Gott her wertvoll und würdig gemacht“, betonte der Erzbischof. „Kein Mensch mehr, der keine Würde hat; kein Leben mehr, das wertlos ist.“

    Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa deutete das Fest als „ewigen Liebesbund des lebendigen Gottes mit uns Menschen“

    Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, unterstrich, die Weihnachtsbotschaft lasse keinen Raum für Hass und Gewalt. Übergriffe auf Migranten hätten darin ebenso wenig Platz wie antisemitische Ausschreitungen.

    Der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, nannte das Fest von Jesu Geburt eine Aufforderung, „den Wert der Familie neu zu überdenken“. Das gelte etwa auch mit Blick auf die aktuelle Debatte um den Familiennachzug von Flüchtlingen. Gefordert seien die Kirchen auch in der Frage, „wie wir Menschen in Patchwork-Familien, alleinerziehenden Haushalten und homosexuellen Verbindungen nicht in die Krippe abschieben, sondern eine Heimat bieten, die ihrer Würde als Menschen gerecht wird“.

    Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck mahnte Kompromissfähigkeit in Politik und Kirche an. Diese sei in der pluralen Gesellschaft von heute unterlässlich, so der katholische Sozialbischof.

    Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode kritisierte das Klima vieler Debatten. Als Beispiele nannte er „endlose Wortergüsse und endloses Gerede“ besonders in den Sozialen Medien mit ihren „Bild-, Wort-, Informations- und Fake-News-Überflutungen“.

    Für Freiburgs Erzbischof Stephan Burger bedeutet Weihnachten eine Kehrtwende. Durch die Menschwerdung wolle Gott Verwundungen, Verletzungen und Enttäuschungen auf sich nehmen.

    Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße sagte, Jesus wolle im Leben eines jeden Menschen dabei sein. „Er will für mich und dich Heil, Heiland, Erlöser, Befreier, Retter sein. Das heißt, er will die Bilanz deines Lebens ins Positive wenden.“

    Sich auf die Botschaft von der Geburt Christi einzulassen, heiße, „sich vom Schicksal der anderen anrühren zu lassen und Liebe zu wagen“, erklärte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige.

    Der Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt, erinnerte am ersten Weihnachtstag an die ungewisse Zukunft des Siemens-Standortes in Görlitz. Christen sollten „mit nachdrücklichen Worten all das ablehnen, was der Würde des Menschen widerspricht oder ihr Abbruch tut“, sagte der Bischof am Montag in der Kathedrale Sankt Jakobus. Das gelte etwa, „wenn es um die Fragen des Lebensschutzes von der Zeugung an bis zum natürlichen Tod geht, und auch, wenn es um die Fragen menschenwürdiger Arbeit und einer Eindämmung rein kapitalistischen Denkens geht“. Ausdrücklich ging Ipolt in diesem Zusammenhang auf die Pläne des Münchner Konzerns ein, das Turbinenwerk in Görlitz zu schließen.

    Der Würzburger Diözesanadministrator, Weihbischof Ulrich Boom, betonte, Gott sei Mensch geworden, um Zukunft und Hoffnung zu geben.

    Der Hildesheimer Diözesanadministrator, Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger, sagte, Gott bekomme für Christen durch das Kind in der Krippe ein Gesicht. Gott selber sei nicht sichtbar – „aber einer hat Kunde gebracht“.

    Nach den Worten des Trierer Bischofs Stephan Ackermann setzt Weihnachten einen „unübersehbaren Gegenakzent zu Individualismus, Egoismus und Rechthaberei“.

    Der Aachener Bischof Helmut Dieser betonte, das christliche Menschenbild biete einen Ansatz zur Lösung der drängenden Probleme der Menschheit wie dem Kampf gegen die Ursachen von Flucht und Vertreibung.

    Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr wies darauf hin, dass auch jene Weihnachten feierten, die den christlichen Festgehalt „nicht mitvollziehen“. Es sei schön, „dass sie sich füreinander Zeit nehmen und sich gegenseitig beschenken“. Für Christen sei Weihnachten jedoch viel mehr: „Wir feiern das Geburtsfest unseres Erlösers, von dem wir ein heiles Leben erhoffen – vor dem Tod und nach dem Tod.“

    Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief dazu auf, die Kinder in die Mitte zu stellen. Die Geburt Jesu in ärmlichen Verhältnissen in der Krippe im Stall erinnere heute an die vielen hungernden Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika, sagte er am Heiligabend im Bamberger Dom.

    Dagegen gehe es den Kindern in Deutschland materiell meist gut, fügte Schick hinzu. Oft aber fehle es ihnen an Liebe und Zuneigung. Wenn er Kinderzimmer betrete, dann seien sie oft voll mit Spielsachen, aber ein Kreuz oder ein Schutzengelbild sei nicht zu finden. Wer bewusst oder unbewusst den Kindern die Beziehung zu Gott vorenthalte, der beraube sie des Vertrauens und der Hoffnung sowie des Sinns für das Leben.

    Weihnachten ist nach den Worten des Limburger Bischofs Georg Bätzing ein Neubeginn. „Heute fängt Gott mit allem und allen neu an“, sagte Bätzing am ersten Weihnachtstag. Mit der Geburt seines Sohnes wage Gott Ungeheuerliches. Alle Gottesbilder würden dadurch auf den Kopf gestellt. Gott tausche Allmacht gegen Ohnmacht, Fülle gegen Armseligkeit und Ewigkeit gegen begrenzte Zeit, um den Menschen nahe zu sein. „Wir Menschenkinder sind ihm nicht gleichgültig“, so Bätzing.

    Wiens Kardinal Christoph Schönborn rief zu Weihnachten dazu auf, den Inhalt der alten Weihnachtslieder zu überdenken, die das Thema der freiwilligen Übergabe des eigenen Herzens an das göttliche Kind variierten. Das Kind in der Krippe sei Eigentümer der ganzen Welt und auch der Herzen der Menschen. Aber: „Das Kind will nicht die Unterwerfung. Es wirbt um unsere Freiheit. Deshalb können wir ihm unser Herz schenken. Das kann nur, wer wirklich frei ist“, so Schönborn.

    „Gott ist uns nahe. Besonders dort, wo wir schwach, einsam, sündig oder einfach nur offen für Hilfe sind“, fasste der Salzburger Erzbischof Franz Lackner die Weihnachtsbotschaft zusammen. Manche meinten, dass von Gott nichts zu erwarten sei. Die Botschaft von Weihnachten zeige, wie menschenfreundlich Gott ist. In Bethlehem seien Menschen, die „ein leichtes Ziel für Mitmenschen waren, die ihnen Böses wollten, zu Adressaten der Botschaft des Engels“ geworden. Ihnen hätten Engel den Frieden verkündet, als Erfüllung eines uralten jüdischen wie universal-menschlichen Traums, als Friede im Himmel wie auch auf Erden.

    Das Evangelium von der Geburt Jesu enthalte eine dreifache „Stallbotschaft“, so der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics. So würden „die Dunkelheit, Enge und Schlichtheit des Stalls“ den Menschen auffordern, sich „von Lebensballast, Ich-Zentriertheit und Alltagslärm“ frei zu machen, um die Menschwerdung Gottes erleben zu können. „Wer einen dicken Rucksack umhat, der bleibt schon in der engen Stalltür stecken.“ Die zweite Stallbotschaft beinhalte die Erfahrung, „dass wir mit dem Christuskind und mit Josef und Maria nicht alleine im Raum sind“. So seien Ochs und Esel im Stall Zeichen dafür, dass bei der Menschwerdung Gottes „Tier und Mensch einander in einem gemeinsamen Raum vor den Augen ihres Schöpfers“ begegnen. Eine dritte Stallbotschaft gehe „durch die Nase. Gott wird Mensch nicht in sterilen Verhältnissen, sondern mitten im Prozess des Lebens“, so Zsifkovics in Hinblick auf den in einem Stall herrschenden Gestank. Christus sei dort zur Welt gekommen, „wo Schmutz und Gestank nicht ausgeblendet waren. Und er hat auch bei seinem Sterben keine parfümierte Umgebung und keine Wohlfühlkulisse für sich beansprucht. Wir dürfen also darauf vertrauen, dass er gerade dann bei uns Menschen ist, wenn es uns dreckig geht und uns alles zum Himmel stinkt“, so der burgenländische Bischof.

    St. Pöltens Bischof Klaus Küng hob die Notwendigkeit der Abkehr von Eitelkeit und Arroganz hervor. „Auch wir müssen, um die Geheimnisse Gottes begreifen zu können, klein werden und in aller Einfachheit darum bitten, dass uns ein tiefer Glaube geschenkt wird und wir erfassen können, wer dieses Kind ist und was es für die ganze Welt bewirkt hat.“ Küng kritisierte die „Ehe für alle“ und die Einführung eines „3. Geschlechts“ in Deutschland. Auch in der Fortpflanzungsmedizin gebe es viele Hinweise, dass der Glaube an Gott beiseite geschoben und der Zusammenhang mit der Schöpfungsordnung nicht wahrgenommen werde. Doch selbst wenn die Gesellschaft in großer Mehrheit vom Glauben an Gott abrücke, zeige die Erfahrung: „Das, was wahr ist, bleibt trotzdem weiterhin wahr.“

    Der Vorarlberger Bischof Benno Elbs meinte: „Gott steigt ein in unser Leben und gibt den Rechtlosen das Recht, den Würdelosen die Würde zurück und macht uns alle zu Kindern Gottes.“ Elbs ging auf den „sozialen Abstieg“ Gottes ein: Gott werde zu Weihnachten nicht nur Mensch, um als Mensch unter uns Menschen zu sein. „Er wird auch Mensch, um weiter unten zu sein als viele von uns, weil er sich klein macht und erniedrigt bis ins Letzte.“ Er habe „Sympathie und Liebe zu den niedrigsten sozialen Schichten“, so Elbs.

    Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl sagte: „Weihnachten ist kein Opium, das über Finsternisse hinwegtröstet, sondern jene Lebenseinstellung, die den Menschen die Möglichkeit gibt, der Finsternis und der Angst zu begegnen – trotz allem.“ Beim Hochamt im Grazer Dom stellte der steirische Bischof der Logik der Macht die Logik von Weihnachten gegenüber. Die Menschen seien versucht, der Logik der Macht zu folgen und sich größer zu machen und über andere zu erheben. Gott nehme den umgekehrten Weg. In den politischen Auseinandersetzungen 2017 sei viel an sozialer Bindung und an Zusammenhalt in der Gesellschaft verloren gegangen, das Miteinander oft leichtfertig in ein Gegeneinander eingetauscht worden. Es sei Zeit, der Logik von Weihnachten zu folgen.

    Kärntens Bischof Alois Schwarz sagte, Gott habe nicht nur den Christen mit dem Weihnachtsfest „so etwas wie ein Weltkulturerbe“ geschenkt. Es ziehe Gläubige wie Nicht-Gott-Verbundene gleichermaßen an, weil es „einen Sehnsuchtsraum nach Leben und Liebe eröffnet“.

    Bei der Christmette warb der Linzer Bischof Manfred Scheuer für neue Formen des Miteinander. Sowohl die globalen als auch die persönlichen Probleme sollten berücksichtigt werden, was von allen Menschen große Lernprozesse erfordere. „Zu diesen gehört nicht nur die gegenseitige Achtung und das Wahrnehmen der Bedürfnisse aller, sondern auch Selbstbeschränkung und der Verzicht auf Egoismen.“

    Weihnachten bedeutet, sich von Gott umarmen zu lassen, sagte der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. „Diese Umarmung sättigt unser Herz mit einem Frieden, den wir selbst nicht herstellen können.“ Das Herzen des Menschen müsse mit Liebe gesättigt sein, sonst werde er auch zum Nächsten hin keine Liebeskraft geben. „Die Kollegen, die Nachbarn, die Fremden, die sozial Schwachen – ja selbst die Mitglieder der eigenen Familie können zur Last werden. Ein Mensch, der innerlich leer ist, kann nichts geben. Wenn jedoch unser Herz mit Liebe gesättigt ist, können wir einander annehmen und auch ertragen und aushalten“, sagte Glettler. Weihnachten baue die Ressourcen des Herzens auf und gebe Antworten auf „ganz tiefe Fragen, die uns Menschen umtreiben“.

    kna

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